Sekundarstufe II

Seit Jahren besteht der Wunsch bei Schülern, Eltern und im Kollegium, in einer eigenen Sekundarstufe II die Möglichkeit zu schaffen, dass unsere SchülerInnen auch auf dem Weg zum Abitur in einer Form weiterlernen können, die der Arbeit in Grundschule und Sekundarstufe I entspricht. Die Abschlussquoten unterstreichen das, denn sie zeigen, dass viele SchülerInnen in eine Oberstufe an einer Gesamtschule oder am Gymnasium wechseln können (FORQ).


Eine komplexer werdende und sich immer schneller verändernde Lebenswelt verlangt heute von Abiturienten eine Reihe von Schlüsselqualitäten, die unter dem Schlagwort Employability zusammengefasst werden wie z.B. selbstständiges Arbeiten, Problemlösekompetenz, Führungs-, Moderations- und Konfliktfähigkeit. Es ist wichtig, Verantwortung für sich und andere übernehmen zu können, und sich zum aktiven Gestalter seiner Chancen zu machen. Um nach der Schulzeit wirksam werden zu können, benötigen die SchülerInnen eine Orientierung in der Arbeitswelt und müssen über verschiedene Wege informiert sein, auf denen sie ihr Leben und Lernen fortsetzen können.

Wichtige Konzeptbausteine für eine eigene Oberstufe sind deshalb:

  • Verantwortung lernen, indem es Entscheidungsspielräume gibt bei der individuellen Schwerpunktsetzung, bei der Nutzung von Räumen, Zeiten und Arbeitsformen. Selbstverständlich ist dabei eine enge Beratung und Begleitung durch die Lehrkräfte.
  • Berufliche Orientierung durch Praktika in vielfältigen Bereichen. Hier machen die SchülerInnen authentische Erfahrungen und erleben sich in der praktischen Arbeit als wirksam.
  • Die Projektmethode soll eine wichtige Rolle einnehmen, denn sie ist die Arbeitsform, die im heutigen Berufsleben in allen Bereichen anerkannt ist und benötigt wird. Die Schüler lernen, Pläne zu entwerfen, diese umzusetzen und sehen direkt, wie gut die Lösung war und was man noch verbessern muss.
  • Durch den Epochenunterricht soll eine Fokussierung und Verdichtung erreicht werden, wie es bereits in den Jahrgängen 9/10 erreicht wird.

Der Ausbau der Schule am Standort ist vom Schulträger als zu teuer abgelehnt worden und auch wir denken, man sollte in der aktuellen finanziell angespannten Lage und angesichts der Herausforderung durch die Zuströme Geflüchteter nach angemesseneren, flexiblen und günstigeren Lösungen suchen. Unsere Position ist dann durch viele Eltern unterstützt worden, die Briefe an die Stadtverordneten geschrieben haben.

Wir haben in der Folge sehr positive Signale aus der Politik und Verwaltung erhalten und die Stadtverordnetenversammlung hat im Mai 2016 beschlossen, uns beim Aufbau einer Sekundarstufe II zu unterstützen.

Seit Anfang dieses Jahres haben wir uns außerdem mit anderen Schulen aus Berlin und Brandenburg zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen, um Erfahrungen in der pädagogischen Arbeit und im Genehmigungsverfahren auszutauschen. Gemeinsam wollen wir die Gestaltungsspielräume für unser spezifisches pädagogisches Konzept ausloten.

Es gibt eine weitere Arbeitsgruppe in der Deutschen Schulakademie, die das Thema Sekundarstufe II unter dem Gesichtspunkt der individuellen Bildungsverläufe bearbeitet.

Wir freuen und nun über diese ersten Erfolgen und arbeiten weiter daran, bald unter eigener Regie den interessierten Schülern einen Weg anbieten zu können, der sie im Sinne unserer Pädagogik zum Abitur führt.