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Berichte 9. Jahrgang: Noten
 
   

Benotung und Kurseinteilung an der Montessorischule

Wenn man in die 9. Klasse kommt, ist es für die meisten Schüler eine große Umstellung, dass man plötzlich Noten bekommt. Keiner kennt das, und am Anfang gerät man ziemlich unter Druck, da jeder, besonders in den Hauptfächern gute Noten erzielen möchte. Es gibt nämlich die so genannten A- und B-Kurse. Das sind Kurse in den drei Hauptfächern (Mathematik, Englisch, Deutsch) sowie einem naturwissenschaftlichen Fach (letztes Jahr Physik, dieses Jahr Chemie), mit zwei verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Diese Leistungseinteilung ist jedoch keine Trennung zwischen „guten“ und „schlechten“ Schülern. Da der B-Kurs der erweiterte Kurs ist, und demnach höhere Ansprüche setzt, schätzen die Lehrer anhand der bisherigen Leistungen ein, ob der jeweilige Schüler im B-Kurs mitkommen würde oder nicht. Die Kurse werden nicht getrennt, sondern gemeinsam unterrichtet. Alle Schüler arbeiten am selben Thema nur mit unterschiedlichen Leistungsanforderungen. Ich denke der Sinn dieser Einteilung liegt darin, dass die Schüler im B-Kurs verstärkt auf einen Abschluss der 10. Klasse mit Fachoberschulreife mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe (FOR+) vorbereitet werden. Ich halte diese Kurse für sehr sinnvoll. Da ich in Mathematik mehr Unterstützung brauche, tut mir der A-Kurs sehr gut und es hilft mir sehr, dass mir mein Lehrer hilft, wo er kann. Dadurch habe ich in der 9. Klasse gute Fortschritte gemacht. Doch auch die schnelleren Schüler werden nicht links liegen gelassen. Sie bekommen oft einfach neue Aufgaben erklärt und können somit später den Mitschülern zusätzlich helfen. Die Benotung war für mich nichts Neues, da ich bis zur 4. Klasse an einer normalen Grundschule war. Im Vergleich zu damals jedoch sind die Zensuren heute für mich eher eine Herausforderung und ein Ansporn. Ich denke, das liegt daran, dass die Noten hier nicht das Einzige und Wichtigste sind, was zählt und gesehen wird. Ich merke, dass mich das enorm motiviert. Ich arbeite viel produktiver als in den vergangenen beiden Jahren. Das war die Zeit des Durchhängens. Jetzt, glaube ich, kann ich das alles wieder aufholen und hoffentlich mit Freude!

Oona Cheyenne Brose Klasse 9a

   
   

Noten

Der Wechsel von der 8. in die 9. klasse war für mich nicht nur ein Klassenwechsel, sondern auch eine Veränderung im Bereich der Zensuren. Ich war sehr froh darüber, jetzt endlich "richtige" Noten zu bekommen, da ich das Bewertunssystem der 7/8 irgendwie ungenau fand und nie so recht wusste, was ich mit den Buchstaben auf meinen Arbeiten anfangen sollte. Ich konnte nie genau sagen, wie ich in der Schule so stehe. Ich wusste nur, dass wenn ich ein d bekam, ich die Aufgabe exzellent abgeschlossen hatte, das „c“, wenn ich sie gut beendete, ein „b“, wenn ich in diesem Thema zwar schon eine Einführung bekommen hatte, aber noch nicht selbstständig Aufgaben zu diesem Thema bearbeiten konnte, und ein „a“, wenn ich schon mal etwas davon gehört habe, aber ich ansonsten nichts über das Thema wusste. Ich neigte oft dazu, die Buchstaben mit "normalen" Noten zu vergleichen, doch die Lehrer sagten mir immer, dass man das so nicht vergleichen könne. Mit den Noten, so glaubte ich, wird alles einfacher und ich weiß endlich genau, wie ich in der Schule stehe. Jetzt, wo ich weiß wie es ist Noten zu bekommen, muss ich sagen, ist es gar nicht so toll und unkompliziert, wie ich es anfangs glaubte. Ich merke, dass ich mir durch die Noten einen viel größeren Druck mache und mir viel mehr Sorgen über die Schule mache, als in der 7/8. Mir ist aufgefallen, dass ich mehr für die gute Note lerne, lerne, damit ich möglichst eine 1 bekomme und nicht, weil ich das, was ich tue, für mich besonders gut machen will. Hinter jeder Sache, die ich tue, sehe ich die Note, die ich dafür bekommen werde. Deshalb finde ich jetzt, zurückblickend, die Umsetzung der "Notenbuchstaben" in der 7/8 gar nicht mehr so schlecht Ich wusste zwar nie, wie ich anhand einer Note in einem Fach stehe, glaube aber, dass das gar nicht so wichtig ist. Meiner Meinung nach ist es viel wichtiger, welche Motivation man beim Lernen hat. Will ich für eine gute Note lernen, oder dafür, dass ich mit mir und meinen Erwartungen an mich selbst zufrieden bin. Anfangs dachte ich, wenn ich mal in einem Test eine 3 oder 4 schreibe, dass ich deshalb schlecht bin und mich gefälligst mehr anstrengen muss. Jetzt freue ich mich, wenn ich in einem Fach ,wo eigentlich nicht so meine Stärken liegen, eine 3 bekomme, da ich weiß, dass ich mein Möglichstes gegeben habe. Man kann nicht überall die 1 sein. Jeder hat seine persönlichen Stärken und Schwächen. Ich finde Noten an sich nicht schlecht, doch habe ich eine Weile gebraucht, um zu verstehen, dass es wichtig ist, die Note als eine art Bewertungsmaßstab zu sehen und sich und seine Leistungen nicht mit ihnen zu identifizieren oder sich von ihnen (wenn sie mal nicht so gut sind) runterziehen zu lassen. Somit bin ich ganz froh, die Erfahrung mit "normalen" Noten erst jetzt in der 9.Klasse gemacht zu haben.

Lilith Gutsche