Jungen und Mädchen der Jahrgänge 1/2/3 feierten Fasching als Handwerkerinnen und Handwerker
Klassenzimmer wurden zu Werkstätten
Wer mit Bäckermütze und weißer Schürze zum Faschingsfest erschien, mit einer ledernen Tischlerschürze, ausgeliehen vom Opa, oder auch mit einem Overall als Hausmeister, der wusste, was handwerkliche Arbeit ist.
Eine Woche lang hatten die Kinder der Jahrgänge 1/2/3 unserer Schule in verschiedenen Werkstätten Getreide gemahlen, Teig hergestellt, geschraubt, gehämmert und genagelt, gewoben und gefilzt, Körbe geflochten und Tongefäße hergestellt. In einer Schreibwerkstatt wurden verschiedene Beschreibstoffe hergestellt und ausprobiert, vom Schiefer über die Wachstafel bis zum handgeschöpften Papier. In welchem Handwerk man in dieser Woche arbeiten wollte, das konnte man vorab selbst aussuchen und sich voller Tatendrang zu Beginn dieser besonderen Schulwoche in „seiner“ Werkstatt einfinden. Mit den Händen wurde die widerspenstige Rohwolle zu farbenfrohen Schüren, Bällen und kleinen Täschchen, aus der Bäckerei duftete es jeden Tag verführerisch, Brote wurden draußen auf dem Schulhof über offenem Feuer gebacken. Die Tischler bauten fantasievolle Boote und Marionetten, nagelten Geobretter und was sich noch mit Hammer und Nägeln verbinden ließ, restaurierten gar eine alte Tür. Aber die Handwerker machten sich zum Lernen auch auf Wanderschaft: Die Weber zogen an einem Vormittag in eine Handweberei, um dort noch mehr über das Weberhandwerk zu lernen, die Filzer suchten einen Schäfer auf und befühlten ihren Rohstoff warm und fettig auf dem Schaf, die Bäcker erlebten den Weg vom Korn zum Mehl in der Historischen Mühle, die Schreiber besuchten eine Druckerei und die Tischler sahen sich in einer Werkstatt, in der uralte Möbel restauriert wurden, um und arbeiteten mit.
Eine wunderbar emsige, zufriedene, konzentriert betriebsame Stimmung macht sich auf den Schulfluren breit.
Viele Eltern stellten ihr handwerkliches Können zur Verfügung und begleiteten uns auf unseren Ausflügen in die Handwerker – Wirklichkeit. Ohne diese tatkräftige Unterstützung wäre unsere HandwerkerInnenwoche nicht so bunt, reich und vielfältig geworden.
Und die Rolle, in die man an Fasching schlüpfte, die war einem wirklich „auf den Leib gewachsen“.
Susanne Straub-Scharnhorst |



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