Frage: Warum gibt es an der Montessori Schule keine Zensuren bis zur 8. Klasse?
Unsere Antwort: Das „Büffeln für Noten" hemmt Leistungsbereitschaft und Freude am Lernen statt sie zu fördern. Ziffernzensuren fördern konkurrenzbetontes Lernen, Aussonderung und durch ständiges Hervorheben das Beschämen der leistungsschwächeren Schüler. Verbale Beurteilungen, die auf ausführlicher individueller Beobachtung der Schüler basieren und Selbsteinschätzungen der Schüler, geben den Leistungsstand wesentlich besser wieder als Noten. Finnische Schulen praktizieren dieses Prinzip seit langem mit großem Erfolg.
Frage: Wie erfahre ich ohne Zensuren den Leistungsstand meines Kindes?
Unsere Antwort: Dafür gibt es die bereits erwähnte verbale Beurteilung. Außerdem finden Elter-Lehrer-Kinder-Gespräche statt. Ziffernzensuren und -zeugnisse blenden wichtige Qualifikationen - wie soziale Kompetenzen und die Fähigkeit zum selbstbestimmten Lernen - aus. Zensuren bewerten dagegen oft nur die Fähigkeit, vorgegebene Lerninhalte für das Kurzzeitgedächtnis und die Zensur zu speichern.
Frage: Warum gibt es an der Montessori Schule jahrgangsgemischte Klassen?
Unsere Antwort: Unterschiedliche Lernstände sind eine Chance, um Verantwortung füreinander zu übernehmen. Wie in einer familiären Situation durchläuft jedes Kind dabei verschiedene Rollen: als Nachahmer, als Fortgeschrittener und als Vorbild. Hinzu kommt: „Durch nichts lernen die Kinder mehr als durch das Lehren anderer.." (Maria Montessori)
Frage: Muss ich wissen, was Montessori-Pädagogik ist?
Unsere Antwort: Unsere Erfahrung ist, dass die pädagogischen Methoden an unserer Schule Befremden und Unbehagen auslösen, weil die meisten von uns nur das traditionelle Lernen mit Frontalunterricht und Zensurendruck kennen gelernt haben. Um Vertrauen in Ansätze eines anderen, selbstbestimmten Lernens zu gewinnen, können die erstaunlich zeitgemäßen Gedanken und Erfahrungen Maria Montessoris ein große Hilfe sein.
Frage: Ist die Montessori Schule eine „Spaßschule"?
Unsere Antwort: Freude ist die wichtigste Triebfeder für erfolgreiches Lernen. Der Unterricht orientiert sich an den individuellen Leistungsständen, Interessen und Lebenswirklichkeiten der Kinder. Dadurch wird gesichert, dass Lernen Spaß macht. Mit dem passiven Konsum der zu Recht kritisierten „Spaßgesellschaft" hat die anspruchsvolle und anstrengende Erziehung zum selbstbestimmten Lernen nichts gemeinsam.
Was ist eigentlich Freiarbeit?
Unsere Antwort: In der Freiarbeit entscheiden die Schüler selbständig, mit welchen Lerninhalten sie sich alleine oder in der Gruppe auseinandersetzen wollen. Sie werden dabei durch die Lehrerinnen beobachtet und angeleitet und durch eine vorbereitete Umgebung unterstützt.
Frage: Lernt mein Kind hier genug?
Unsere Antwort: Das bisherige Schulsystem in Deutschland hat international schlechte Noten bekommen. Deshalb finden die meisten von uns es erstaunlich, dass ausgerechnet unser in der Praxis erfolgreiches Reformmodell sich dafür rechtfertigen muss, vieles anders zu machen. Unsere Schule hat zahlreiche Leistungsvergleiche mit anderen Brandenburger Schulen erfolgreich absolviert. Selbst die - von uns kritisch gesehenen - traditionellen Ergebnisvergleiche bei zentralen Prüfungen in Klasse 10 haben gute Ergebnisse gebracht.
Frage: Warum tragen die Kinder Hausschuhe?
Unsere Antwort: Frontalunterricht ist bei uns nur eine Unterrichtsform unter vielen. Deshalb sitzen die Schüler nicht in Stuhlreihen aufgereiht, sondern können die Lernhaltung , -umgebung und -methode selbst wählen. Nicht selten sitzen oder liegen sie auf dem Boden, der dafür hergerichtet ist und sauber bleiben muss. Es ist ein Lernen wie zu Hause.
Frage: Was kostet mich die Schule?
Unsere Antwort: Das eine staatliche Schule eine Montessori-Schule für die erste bis 10. Jahrgangsstufe ist, ist sehr ungewöhnlich. Da wir von der Stadt Potsdam als unserem Schulträger keine Sonderzuwendung bekommen, waren und sind wir auf Spenden von Eltern und Freunden der Schule angewiesen, um die aufwendig gestaltete vorbereitete Lernumgebung zu gestalten. Nur durch die Spenden vieler Eltern über Jahre hinweg ist es uns gelungen, die hervorragenden Montessori- Materialien und viele andere Lernmittel zu beschaffen. Wir als Eltern haben pro Jahr pro Kind 100,00 € an den Förderverein gespendet. Wenn man bedenkt, wie gering dieser Betrag auf ein Jahr verteilt und im Vergleich zu den meist privaten Montessori-Schulen auf der ganzen Welt ist (an unserer Partnerschule in Portland kostet ein Schuljahr z.B. 7000 $) sind wir als Eltern sicher, dass wir die Schule auf diese Weise leicht unterstützen können.
Frage: Kann mein Kind von der Montessori Schule auf ein Gymnasium wechseln?
Unsere Antwort: Der Wechsel zum Gymnasium ist - entgegen landläufiger Bedenken - formal problemlos möglich. Auch bei der Frage nach der inhaltlichen Vorbereitung fällt die Antwort positiv aus. Die Erfahrungen mit den Schulabgängern aus der 10. Klasse der Montessori-Gesamtschule ans Gymnasium waren durchgängig positiv. Gruppenarbeit, selbständiges Erarbeiten von Inhalten, Vorbereiten und Halten von Referaten werden bei uns schon in den ersten Klassen geübt. Diese Fertigkeiten sind eine optimale Vorbereitung auf das Gymnasium. |