Seit 1993 wird an der ehemaligen Karl Liebknecht Oberschule in Potsdam ein reformpädagogisches Profil aufgebaut. Angefangen mit der Entscheidung des „alten“ Kollegiums, Kinder und Jugendliche mit Behinderungen im gemeinsamen Unterricht (siehe Schulgesetz des Landes Brandenburg) zu integrieren und mit einer ersten Klasse, wurden die Prinzipien der Montessori-Pädagogik allmählich in immer mehr Klassen und Jahrgangsstufen eingeführt. Heute lernen Schülerinnen und Schüler der ersten bis achten Jahrgangsstufe in altersgemischten Gruppen. Sechs Jahre lang war die Montessori Schule Potsdam (Umbenennung 2000) offizielle Schulversuchsschule des Landes Brandenburg und wurde von Wissenschaftlern/innen der Universitäten Potsdam, Halle und Bielefeld bei ihren Reformvorhaben begleitet und evaluiert. Kern des Schulversuchs waren die Erprobung verbaler Beurteilungen von der ersten bis zur achten Jahrgangsstufe, neue Formen der Leistungsdokumentation und der Unterricht in jahrgangsgemischten Gruppen, insbesondere im 7./8. Jahrgang. Der Schulversuch wurde Ende 2004 erfolgreich abgeschlossen, seitdem hat die Schule den Status „Schule mit besonderer Prägung“ durch das Bildungsministerium erhalten und kann die bewährten Bewertungs- und Organisationsformen abweichend von schulgesetzlichen Vorgaben fortführen. Ab dem neunten Jahrgang lernen die Schüler/innen in altershomogenen Gruppen und werden im Hinblick auf die drei relevanten Abschlüsse nach Klasse 10 mit Zensuren beurteilt und in einigen Fächern fachleistungsdifferenziert unterrichtet. Die zentralen Abschlussprüfungen am Ende der 10. Jahrgangsstufe und die vorgeschriebenen Vergleichsarbeiten im 2. ,5 und 8. Jahrgang sind auch für die Montessori-Schule verbindlich. Die Schule hat einen hohen integrativen Anspruch und sieht es als eine ihrer Hauptaufgaben Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Intelligenzen im gemeinsamen Unterricht zu fordern und zu fördern. Die Umgestaltung der Schulinnen- und Außenräume zu einem attraktiven Lernumfeld für Jungen und Mädchen von 6 bis 16 Jahren war und ist dabei eine notwendige und am Profil der Schule orientierte Hauptaufgabe aller Mitglieder der Schulgemeinschaft. Die Montessori-Schule liegt in einem ruhigen Wohngebiet in Stadtrandlage, fußläufig nur 10 Minuten von dem berühmten Park Sanssouci entfernt. Die Verkehrsanbindung für den großen Einzugsbereich unserer Schülerinnen und Schüler (Stadt Potsdam, Umland und Berlin) ist durch Regionalbahn und städtische Verkehrsbetriebe gesichert. Schulinterne Fortbildungen mit dem ganzen Kollegium, in denen es um die Ausprägung eines neuen Verständnisses vom Lehrer/innen sein ging und die Grundprinzipien der Teamarbeit und der Montessori-Pädagogik im Mittelpunkt standen, waren beim Aufbau der Schule von großer Bedeutung. Seit drei Jahren ist die Schule Mitglied in einem landesweiten Modellversuch zur Entwicklung der Selbstständigkeit von Schulen und hat erweiterte Befugnisse im Bereich der Personalzuführung und Sachmittelverfügung. Bis heute ist es ein virulenter Prozess das Kollegium aufgrund der Anforderungen des Schulprofils immer wieder neu zusammen zusetzten und die besonderen sächlichen Anforderungen einer Montessori-Schule auf Umwegen einzulösen. Mit Beginn des Schuljahres 2004/2005 wurde ein verbindlicher Ganztagsschulbetrieb eingeführt. 461 Schülerinnen und Schüler und 40 Lehrerinnen und Lehrer sowie die dazugehörigen Eltern und Honorarkräfte arbeiten heute an einem neuen Bild von Schule und nehmen die Widerstände des neuen Systems als Herausforderung an. Reinhard Kahl schreibt in seinem ZEIT-Artikel "Eine Schule zum Verlieben" über die Montessori-Gesamtschule-Potsdam:
klicken Sie hier! |