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am 10.12.2008
ENERGIE:
Kraftwerk über den Köpfen
Solaranlage auf Montessori-Schuldach
liefert Strom für 16 Haushalte
POTSDAM / POTSDAM WEST - Potsdam braucht
keinen Sonnenkönig, denn die Stadt hat
eineSolargenossenschaft. Die Neue Energie Genossenschaft
konnte gestern unter strahlender Wintersonne die zweite
Bürgersolaranlage in der Landeshauptstadt offiziell in
Betrieb nehmen. Von der Photovoltaikanlage
auf dem Dach der Montessori-Oberschule fließen nun
täglich bis zu 60 Kilowattstunden ins öffentliche
Stromnetz. „Das sind 6000 Lampen, die zugleich leuchten“,
veranschaulichte Sophie Haebel vom Vorstand der
Genossenschaft die Kapazität der mit Abstand größten
Potsdamer Solaranlage. „Durch einfaches Stromsparen im
Alltag, etwa mit Energiesparbirnen, könnte diese
Strommenge bald den Tagesbedarf von 30 Haushalten decken“,
warb Haebel bei den Schülern und Erwachsenen für
nachhaltige Energienutzung.
Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hofft, dass
Solardächer ein „richtiger Bazillus in der Stadt“
werden, um den lokalen Klimazielen näher zu kommen.
Schuldächer seien perfekte Orte dafür. Sie bieten viel
Fläche und die Gebäude seien im städtischen Besitz.
Für die Schüler entstehe direktes Lernen zum Thema
alternative Energien. Um mehr Solaranlagen in Potsdam
entstehen zu lassen, müsse man auch „über bestimmte
Lockerungsregelungen in Sachen Denkmalschutz nachdenken“,
so Jakobs.
Nach der Errichtung einer ersten
Bürgersolaranlage 2006 in Drewitz, fand sich auf der
Montessori-Schule das „Traumdach“, sagte Anita Elpers
von der Energiegenossenschaft. In dieser haben sich bisher
60 Bürgerinnen und Bürger gleichberechtigt
zusammengeschlossen – mit einem Eigenanteil von jeweils
mindestens 500 Euro. „Uns eint das Interesse am
Klimaschutz. Gegen die schlechte Laune beim Blick auf den
Stand der Dinge hilft am besten eigenes Engagement“,
erläutert Elpers die Motivation der Initiatoren.
Nur ein gutes Jahr verging seit den ersten
Gesprächen mit der Schule und der Stadt. Der Kommunale
Immobilien Service übernahm die Sanierung der Vorderseite
des maroden Dachs. Gut 20 Mitglieder der Genossenschaft
hoben an einem Tag einen 50 Meter langen Graben für die
neue Hauselektrik aus. Ende November wurden die
Solarmodule unter Leitung des Ingenieurs Klaus-Michael
Winnen installiert. Mit dem Blick nach oben hat Anita
Elpers den Sinn ungezählter Stunden ehrenamtlichen
Engagements vor Augen: „Gemeinsam erreicht man Dinge,
die allein nie möglich wären. Und das macht glücklich.“
Glücklich ist auch die Montessori-Schule
über das neue Aushängeschild. Zudem wächst die
Hoffnung, dass auch das restliche Dach bald saniert und
der Dachboden künftig genutzt werden könne, erklärte
die kommissarische Schulleiterin Tina Reimann. Die Kinder
und Jugendlichen setzten das Ereignis des Tages auf ihre
Weise um. In einem Rap-Choral „Solar, it's good!“
feierten sie das „Kraftwerk“ über ihren Köpfen und
ließen Ballons mit Klimabotschaften in den Himmel
steigen. (Von Karl Hildebrand)
10.12.2008
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am 21.12.2007
„Ausbrechen aus dem verdammten Zeitkorsett“
Montessori-Schüler eröffneten für einen Nachmittag das „Institut für Alltagsbeobachtung“
Innenstadt – Sonnige Musik dudelt aus dem Lautsprecher vor dem Haus der Jägerstraße 37. „Heute ist wieder ein Glückstag“, ruft ein junger Mann in Showmastermanier durchs Mikro. Begleitet wird er von einer jungen Dame, die beseelt den Refrain des Liedes anstimmt. Und weiter geht es mit frohen Botschaften: „Bei uns können Sie ausbrechen aus den Sachzwängen, den alltäglichen Routinen, dem verdammten Zeitkorsett“, verspricht der Mann vorbeigehenden Passanten. Die winken ab, schauen betont weg oder wechseln die Straßenseite.
Dabei hätten sie es beim Näherkommen nicht etwa mit aufdringlichen Vertretern einer zweifelhaften Sekte zu tun bekommen – sondern mit Schülern der Klasse 9 b der Montessori Oberschule. Vier Stunden lang waren sie gestern Nachmittag die Mitarbeiter des „Instituts für Alltagsbeobachtung und menschenfreundlichere Kommunikation“.
Es war die Abschlussaktion eines Projektes unter dem Motto „Leave your mark on society“, erklärt Organisator Armin Beber, der bereits im vierten Jahr als freier Künstler mit der Montessori-Schule zusammenarbeitet, die in der vergangenen Woche als eine von fünf Schulen mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurde. 2006 hatte sich Beber mit den Schülern theatralisch auf die „Suche nach dem Glück“ gemacht. In diesem Jahr waren die 40 Neuntklässler bei der Themenwahl frei. Drei Wochen lang drehten sie unter Anleitung von vier Künstlern unter anderem Handyfilme, spielten Straßentheater oder verfremdeten Werbeplakate. Finanziert wurde das Projekt mit EU-Mitteln, die das Land Brandenburg im Rahmen der „Initiative Oberschule“ (IOS) vergibt.
Seinen Zweck verrät das „Institut für Alltagsbeobachtung und menschenfreundlichere Kommunikation“ eigentlich im Namen. „Die Leute gehen einfach so von A nach B – das ist doch schade“, sagt Justus, eben noch der junge „Showmaster“. Dass das so ist, haben die Schüler bei ihren Beobachtungsgängen festgestellt: Als „Daywatcher“ notierten sie, wie sich Menschen auf der Straße verhalten. Gehen sie schleichend oder zügig? Wie werden Wartezeiten an Ampeln überbrückt? Machen sie einander Platz oder wird gerempelt und gedrängelt?
„Wir wollen die Leute aus ihrem Alltag herausholen“, erklärt Mirjam, die Sängerin, das Projektanliegen. Das erreichten ihre Klassenkameraden mit kurzen Inszenierungen in den Hinterzimmern des Gebäudes: Dort fotografierte die 14-jährige Marie die Alltagsgesichter der Besucher, um ihnen dann mit einem hinreißenden Kurzfilm ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. In einem anderen Zimmer überlegten Friedrich und Undine, ob sich die Hetzerei zum Bus eigentlich lohnt und der Marienkäfer auf dem Hemdkragen nicht auch spannend sein kann. Der 15-jährige Elias schließlich lud die Gäste auf eine imaginäre S-Bahn-Fahrt ein, bei der sich ein Gespräch zwischen den Mitfahrern entspannt.
Draußen wirbt Justus unterdessen wieder engagiert um Besucher: „Spielen Sie die Rolle Ihres Lebens: Sich selbst.“ Die ernüchternde Antwort des Passanten: „Keine Zeit.“
Jana Haase
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am 21.12.2007
Suche nach dem Alltagsrauschen
Eines der ersten Projekte der Initiative Oberschule abgeschlossen
INNENSTADT - Montessori- Schüler wollten Passanten aus dem unfreundlichen Trott herausholen.
„Und wir haben wieder einen Gewinner – den Mann mit der schönen schwarzen Mütze!“, gibt sich Justus Popp am Mikrofon mächtig Mühe, den Passanten zum Stehenbleiben zu bewegen. Er hat kein Glück. Justus und seine Kollegin Mirjam Waldeck müssen einen weiteren Strich auf der Liste an der Fensterscheibe machen, über der „No“ steht.
In einem der ersten von der „Initiative Oberschule“ vollständig geförderten Projekte beschäftigten sich 40 Neuntklässler der Montessori-Schule mit gesellschaftspolitischen Themen. Das Besondere: Statt in ihren Klassenräumen allein zu diskutieren, mischten sie sich unter Anleitung verschiedener Künstler mit „kultureller Intervention“ direkt auf der Straße ein. Projektleiter Armin Beber, der als freier Regisseur seit einigen Jahren mit den Montessori-Schülern arbeitet, sagte: „Die Schüler, die von den Ideen bis zur Requisite beinahe alles selbst gemacht haben, waren mit kleinen Spielszenen auch als Testkäufer in puncto Alkohol und Jugendschutz in Supermärkten. Wenn sie was bekommen haben, haben sie einander zugeprostet – wenn nicht, kamen die anderen heimlich im Markt verteilten Schüler zum Käufer und sind ,Was sollen wir trinken, sieben Tage lang’ singend gegangen.“ Ähnlich sammelten sie „Liebesbeweise“ für die Lokführer und bemühten sich als Umweltaktivisten, zusätzliches CO2 zu verkaufen. Mit der Gründung des „Instituts für Alltagsbeobachtung und menschenfreundliche Kommunikation“ fand der ungewöhnliche dreiwöchige Dauerunterricht gestern sein Ende. Hier untersuchten die Schüler, als Mitarbeiter des fiktiven Instituts verkleidet, Fragen wie „Warum platzen Träume immer wieder?“, liefen mit Klemmbrettern Passanten hinterher und notierten jede Einzelheit ihres Verhaltens, bis diese reagierten und sich zu Theaterszenen ins Institut einladen ließen, die die Zuschauer nicht selten mit einem breiten Lächeln zurück in den Alltag entließen – Alltagsrauschen.
Und das Alltagsrauschen wirkt länger: Zwar verflucht man zwei Straßen weiter doch wieder den unfähigen Idioten vor sich, klatscht aber, wie es im Institut empfohlen wurde, an der nächsten roten Ampel begeistert in die Hände, und die Verkäuferin in der Bäckerei um die Ecke hat dank des Kompliments auch nett gelächelt. (Von Sebastian Scholze) |

am 13.12.2007
Die Musterschüler
Fünf Schulen wurden mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet. Reinhard Kahl stellt sie vor
Es sah nicht gut aus für die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden, damals in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Die Schule war noch ein Gymnasium und hatte die oberen Jahrgänge an ein Oberstufenzentrum verloren. Zu wenige Kinder wurden angemeldet. Lehrer unterrichteten vor sich hin. Dann kam eine neue Schulleiterin. Enja Riegel versuchte mit einigen Lehrern einen Neuanfang. Weil im Haus Platz war, kamen sie auf die verwegene Idee, die Wände zwischen dem Flur und einigen Klassenzimmern einzureißen. Sie fragten nicht lange, ob das erlaubt ist. Sie fingen einfach an. So entstand ein neuartiger Raum, der Schülertreff.
Das war der Anfang einer pädagogischen Kettenreaktion. Aus Fluren wurden allmählich Zwischenräume. Heute sieht man dort Arbeitsgruppen, Projektarbeiten, Theaterproben oder einen Aufgabenparcours. In Pausen stehen Schüler zusammen, auch mit Lehrern. Diese Zwischenräume sind die Herzkammern der Schule geworden. Um sie herum wurden Reviere jeweils für einen Altersjahrgang mit vier Parallelklassen geschaffen. Auch die Lehrer haben dort für ihr Team einen eigenen Raum. Das Team regelt vieles selbst. Zum Beispiel wurde überlegt, ob Lehrer auch mal fachfremd unterrichten sollten, damit das Minikollegium von acht oder neun Lehrern mit seinem Stundenplan hinkommt. Dabei zeigte sich, dass Schüler vieles besser verstehen, wenn etwa ein Nichtmathematiker, der Interesse an dem Fach hat, in Kooperation mit einem Fachlehrer zuweilen die Formeln erklärt.
Die Lehrer fürchteten die Kritik ihrer Kollegen
Das Wändeeinreißen in Wiesbaden ist eine Urszene, von der jede der eigenwilligen Schulen berichten kann, die am Montag aus der Hand von Bundesbildungsministerin Annette Schavan den Deutschen Schulpreis erhielten. Die diesjährigen Preisträger sind neben der Helene-Lange-Schule, die im Zuge ihrer Erneuerung vom Gymnasium zur Gesamtschule konvertiert ist, zwei weitere Gesamtschulen, die staatliche Montessori-Oberschule in Potsdam und die Robert-Bosch-Schule in Hildesheim. Ebenfalls ausgezeichnet wurden das Schiller-Gymnasium in Marbach und die Carl-von-Linné-Schule, eine hervorragende Förderschule für Körperbehinderte in Berlin.
Aus den fünf Schulen wird die Robert-Bosch-Gesamtschule in Hildesheim besonders hervorgehoben und als Nummer eins mit 50.000 Euro belohnt. Die anderen vier Schulen werden in keine Rangfolge gebracht und erhalten 10.000 Euro. Beinahe wäre die Robert-Bosch-Schule aufgrund ihres Namens leer ausgegangen, denn man könnte ja auf falsche Gedanken kommen, weil der Preis unter anderem von der Robert Bosch Stiftung vergeben wird (Kasten). Aber die Namensgleichheit von Schule und Stiftung ist Zufall.
Auch die Lehrer der Robert-Bosch-Gesamtschule haben sich aus eigener Kraft aus einer Krise befreit. Die Kurve der Anmeldezahlen gleicht einer Fieberkurve. Von stolzen 450 Bewerbern Anfang der siebziger Jahre sank das Interesse der Eltern und Kinder in Hildesheim innerhalb von zehn Jahren auf 93 Bewerber. In diesem Jahr wollten wieder 359 Kinder auf einen der 180 Plätze.
Was ist passiert? Nach der Agonie der Reformruine Gesamtschule haben die Lehrer ihre Schule erneuert. Sie haben sich vom pädagogischen Einzelkämpfer verabschiedet und verbreiten mit ihrer Zusammenarbeit einen Schwung, der im Alltag des Unterrichts zu spüren ist.
85 der 103 Lehrer dieser Schule nehmen an sogenannten Hospitationsringen teil. Sie besuchen sich gegenseitig im Unterricht, kooperieren bei der Vorbereitung und genießen die Vorteile der Arbeitsteilung. Wie die Lehrer der Helene-Lange-Schule haben sie Jahrgangsteams gebildet. Jedes Team fährt in den Sommerferien drei Tage in Klausur und stellt seinen Jahresplan auf. Die Themen der Fächer werden so koordiniert, dass sie zusammenpassen, wenn möglich verschmelzen sie zeitweise zu Projekten. Das sind Zeiten größter Intensität. »Das alles«, sagt Wilfried Kretschmer, der stolze Schulleiter, »geht nur, wenn die Teams es selbst machen.« Denn eine gute Schule könne nun mal nicht von oben verordnet werden.
Aber die Leitung, so Kretschmer, müsse auch helfen, das Wichtige von allem anderen, was auch noch möglich wäre, zu unterscheiden. Im Laufe der zweiten, der selbst gemachten Reform dieser Gesamtschule, die in den neunziger Jahren begann, hatten sich zeitweilig 20 Baustellen mit den unterschiedlichsten Reformprojekten angesammelt. »Dann haben wir 15 Baustellen geschlossen«, erinnert sich der Schulleiter. Ins Zentrum wurde die Zusammenarbeit der Lehrer gestellt. Wie sollen Schüler auch kooperieren, begeistert sein und lernen, wenn es ihnen die Lehrer nicht vormachen?
Aber Lehrer schreckten schon davor zurück, sich gegenseitig im Unterricht zu besuchen und sich dem kritischen Blick der Kollegen auszusetzen. »Man kann sich doch von anderen nur beobachten lassen, wenn man Vertrauen zu ihnen hat«, sagt Kretschmer. Zu vertrauen haben Lehrer irgendwie nicht gelernt. Vertrauen zu schaffen wurde für den Schulleiter nun das Allerwichtigste. Er nimmt in Kauf, dass 18 der 103 Lehrer nicht mitmachen. »Das ist besser, als wenn sie nur so tun, als ob sie mitmachten.«
Warum erwarten Lehrer von ihren Kollegen eher Herabsetzung und Destruktion als Anerkennung und konstruktive Vorschläge? »Weil sie es gewohnt sind, immer nur zu belehren«, sagt Ulrike Kegler, die in Potsdam aus der Karl-Liebknecht-Oberschule die staatliche Montessori-Gesamtschule gemacht hat. Sie nimmt nicht zum ersten Mal einen Preis für ihre Schule entgegen (ZEIT Nr. 20/03). Auch an dieser Schule haben die Lehrer und die Schulleiterin bei sich selbst mit dem begonnen, was sie von den Schülern erwarten. Große Reden von Feiglingen über die Tugend, mutig zu sein, kommen nicht gut an, schon gar nicht bei Schülern in der Pubertät.
Als die Schüler der zehnten Klassen in der Inszenierung »Labyrinth des Wissens« ihre Jahresprojekte der Schulöffentlichkeit präsentierten, kamen der Schulleiterin die Tränen. »Unglaublich, was diese Schüler alles können.« Einer hatte ein Windrad auf dem Schulhof aufgebaut. Ein anderer hatte minutiös die Befestigung einer römischen Straße nachgebaut. Ein Mädchen hatte in einer Toilette eine Installation über Bulimie eingerichtet. »Von 42 Schülern der zehnten Klassen haben uns 37 überrascht.« Fünf hatten nur Dienst nach Vorschrift gemacht und in den Tagen vor der Präsentation eben noch was mit den Eltern zusammengeschustert.
Diese Schule ist voll solcher Geschichten. Das zeichnet gelungene Schulen aus. Sie haben eine Biografie. Sie sind institutionelle Individuen. Und nur Individuen können lernen. Alle diese Schulen sind anders, und doch sind sie verwandt.
Auch die Carl-von-Linné-Schule für körperbehinderte Kinder ist ein ganz eigenes Lernuniversum. In diese Schule kommen Kinder mit seltenen Krankheiten, Kinder, die ihre Schulzeit vielleicht nicht überleben werden, oder Kinder nach schweren Unfällen. Nicht wenige sind mehrfach behindert. Diese Schule kann gar nicht nach Schema F arbeiten. Die Verschiedenheit von Menschen kann hier niemand übersehen. Und doch wird dort kein Kind als Träger nur von Defiziten gesehen. »Wir gehen immer von den Stärken der Kinder aus«, sagt Schulleiter Peter Friedsam. »Jeder hat Stärken, an denen sich anknüpfen lässt.« Ein schwerer Legastheniker, gibt er zu bedenken, werde doch ohnehin keinen Beruf suchen, bei dem es vor allem aufs Schreiben ankomme. »Warum nur behandelt die übliche Schule alle Kinder gleich?«
Die besseren Schüler betreuen die schlechteren
Diese Frage treibt auch Günter Offermann, den Schulleiter des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Marbach. Eine Schule, in der kein Schüler mehr sitzen bleibt, außer er will das Jahr wiederholen. »Alle kommen ans Ziel«, sagt er stolz.
Wie geht das? Es gibt Klassen für Hochbegabte und Sommerkurse für die Schwächeren, die vor allem von Schülern betrieben werden. Auch über das Jahr gibt es das Schülertutorium. »Die besseren Schüler betreuen die schlechteren, und um die Tutoren kümmern sich die Lehrer.« Auch ein Gymnasium kann ein Netzwerk des Lernens werden – nicht ein Stundenplan der Belehrung. Das bedeutet Kleinarbeit. Schon nach ein paar Wochen des neuen Schuljahres spricht die Klassenkonferenz über Schüler, die mehr Aufmerksamkeit und Hilfe brauchen. An der Schule wurde der Diagnose- und Therapielehrer erfunden. Wenn man den Schulleiter reden hört, wird klar, dass es für eine gute Schule Ideen braucht, Methoden, aber vor allem die Beseelung.
Offermann ist fest davon überzeugt, dass »jeder, der bei uns anheuert, auch ankommt«. Aber es gibt auch an diesem Gymnasium viele unterschiedliche Passagen. Neuerdings zum Beispiel auch Chinesisch als zweite Fremdsprache. Ein Techniklabor, das seinesgleichen sucht, wird gerade aufgebaut. »Man muss eben die Schule so konstruieren, dass sich der Erfolg zwangsläufig ergibt«, sagt der Rektor des Gymnasiums. Und nachdenklich fügt er hinzu: »Vorsicht mit Prophezeiungen darüber, was ein Schüler kann oder nicht. Die meisten Propheten behalten nicht recht.«
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am 11.12.2007
Preis für Montessori-Oberschule
Im zweiten Anlauf ist die Reformschule gestern ausgezeichnet worden, neues Unterrichtsprojekt geplant
Von Jan Brunzlow
Berlin/Potsdam-West - Was Jette Joop verlesen hat, waren nicht ihre Worte. Die Designerin hielt die Laudatio für die Montessori-Oberschule Potsdam, wie sich die Schule „nach dem Ende der DDR in einer großen gemeinschaftlichen Anstrengung der Eltern und Lehrkräfte von ideologischem Zwang und pädagogischer Verwahlosung befreit“ hat. Die Jury des Deutschen Schulpreises hatte das Bild der Potsdamer Schule mit besonderer Prägung gezeichnet, selbst Schulleiterin Ulrike Kegler nannte den Satz über die pädagogische Verwahlosung „hart ausgedrückt“. 17 Jahre später hat Kegler gestern gemeinsam mit Eltern, Lehrern und Schülern einen Anerkennungspreis des Deutschen Schulpreises erhalten. Damit verbunden sind 10 000 Euro sowie das Prestige, als erste Potsdamer Schule einen der Preise gewonnen zu haben.
„Wir sind eine staatliche Schule. Das zeigt, was alles möglich ist“, sagte Schulleiterin Ulrike Kegler bei der Preisübergabe. Und dabei sei unter der Aufsicht des Landes nichts unmöglich. Die Montessori-Schule Potsdam hat es innerhalb der letzten Jahre zu einer Reform-Schule mit überregionaler Ausstrahlung gebracht: Schüler von der 1. bis zur 10. Klasse lernen in der Einrichtung, auf Frontalunterricht wird komplett verzichtet, bis einschließlich der achten Klasse wird altersübergreifend unterrichtet, Zensuren gibt es erst ab Klasse 9.
Bilean Lindermann sieht das als Vorteil. In diesem Jahr will der 17-Jährige seine 10. Klasse abschließen und dann Abitur ablegen. Warum er jetzt Zensuren bekommt, den Sinn hat er noch nicht erschlossen. Inzwischen müsse er rechnen und sich einen Kopf darum machen, welche Zensur er erreichen muss. Viel lieber würde er sich andere Gedanken machen, auf Zensuren könnte er verzichten. Auch Constantin Sträter aus der 9. Klasse der Schule sieht das Lernen ohne Druck als großen Vorteil. Er hat den Vergleich, wechselte er doch erst in der sechsten Klasse auf die Oberschule. Damals war sie noch ein Modellversuch des Landes, inzwischen ist die Reformpädagogik offiziell anerkannt. Und in einem sind beide Schüler einig: Gute Schulen verändern sich und vermitteln Wissen heute nicht mehr wie vor 20 Jahren.
Zehn solcher modernen Schulen waren für den Deutschen Schulpreis, den zweiten seiner Art, nominiert. Zwei davon aus Brandenburg. Während die Montessori- Oberschule nach einem gescheiterten Anlauf im Vorjahr diesmal einen Preis erhielt, blieb der Waldhofschule Templin, eine Schule der Hoffbauer gGmbH mit Sitz in Potsdam, ebenso wie im Vorjahr dem Humboldt-Gymnasium der Triumph verwehrt. Sie waren nominiert, gingen jedoch ohne Preis nach Hause.
In Potsdams Westen wurde dagegen gefeiert. In der Turnhalle der Montessori- Schule verfolgten Schüler und Lehrer die Preisverleihung live im Fernsehen. Sie sahen ihre Schule unter den Ausgezeichneten und die Fußball-Spielerin Nadine Angerer von Turbine Potsdam als eine der Laudatoren.
Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck würdigte den Preis als Zeichen für die „Leistungsfähigkeit der Schulform Oberschule“. Bildungsminister Holger Rupprecht erklärte zudem, es sei die „verdiente Anerkennung für das langjährige Bemühen der Schule um eine optimale Förderung der Begabungen aller Schüler“. Im Begleitbuch zum Deutschen Schulpreis wird auf das Aussehen der Einrichtung angespielt. „Wir hätten auch zuerst die Fassade renovieren können, aber die Wandlung muss von innen kommen“, wird Schulleiterin Kegler da in Anspielung auf das farblose Gebäude zitiert. Die Jury selbst schreibt zum ersten Eindruck: „In der Tat ähnelt die Montessori- Oberschule dem Verwaltungstrakt eines abgewickelten Industriekombinats. Grau in grau duckt sie sich zwischen aufgeplatzten Waschbetonplatten auf der einen und windschiefen Bäumen auf der anderen Seite.“ Doch schreckte dies und andere Dinge einst die Eltern ab, ihre Kinder an die Schule zu geben, hat das pädagogische Konzept und deren Umsetzung gesiegt. Inzwischen kann sich die Schule vor Anfragen kaum retten. Und die Entwicklung soll weiter gehen. Wie Kegler am Rande der Veranstaltung verriet, wird das nächste Vorhaben ein Landbauprojekt auf einem Grundstück am Schlänitzsee sein. Dort soll künftig praktischer Unterricht stattfinden. |

am 11.12.2007
Zusammenhänge sind Erkenntnis Bildung Montessori-Oberschule gewinnt 10000 Euro beim Wettbewerb um den Deutschen Schulpreis
Unter den besten Fünf
Die Montessori- Oberschule war bei der Vergabe des Deutschen Schulpreises in Berlin erfolgreich. Mit Direktorin Ulrike Kegler sprach Christoph Tanneberger.
MAZ: Herzlichen Glückwunsch! Wann haben Sie von der Ehre erfahren?
Ulrike Kegler: Gestern Vormittag bei der Preisverleihung im ZDF-Hauptstadtstudio. Wir waren stolz, als wir unter die ersten zehn kamen. Dann wollten wir es auch unter die ersten fünf bringen.
Wie haben Ihre Schüler reagiert?
Kegler: Die Preisverleihung wurde vormittags im Fernsehen übertragen. 450 Kinder haben in unserer Turnhalle zugeschaut und mitgejubelt. In Potsdam war richtig was los. Ich war mit einer kleinen Delegation in Berlin.
Was zeichnet Ihre Schule aus?
Kegler: Zum Beispiel unterrichten wir häufig fächerübergreifend. Da steht ein Thema im Vordergrund. Unsere neunten Klassen arbeiten gerade an einem Theaterprojekt mit dem Titel "kulturelle Intervention".
Worum geht es?
Kegler: Die Schüler entwickeln ihr Thema noch. Denkbar wäre etwas wie "Braucht man in Zeiten des Klimawandels so viel Weihnachtsbeleuchtung?" Im vergangenen Jahr haben die Schüler ihre Ergebnisse als Straßentheater in der Brandenburger Straße aufgeführt.
Warum brechen Sie die Fächergrenzen auf?
Kegler: Montessori sagt, Einzelheiten lehren, bedeutet Verwirrung stiften. Zusammenhänge herstellen, bedeutet, Erkenntnis vermitteln. Eine Fremdsprache lernen Sie ja auch am schnellsten dort, wo sie diese sprechen müssen und ein Feedback bekommen.
Benoten Sie Ihre Schüler?
Kegler: In den ersten acht Klassenstufen nicht.
Welche Vorteile hat das?
Kegler: Noten erzeugen einen Wettbewerb unter Kindern. Fürs Lernen ist das hinderlich. Dann steht die Konkurrenz im Vordergrund -- und nicht die Sache.
Was steht auf den Zeugnissen?
Kegler: In einer mündlichen Beurteilung beschreiben die Lehrer den Schülern, wo sie sich noch entwickeln können und wo sie an ihre Grenzen gestoßen sind -- in Briefform und mit Du-Anrede. Das bindet die Schüler stärker in die Verantwortung fürs eigene Lernen ein.
Sind die Zeugnisse dann nicht ungenau?
Kegler: Im Gegenteil. Wir dokumentieren sehr differenziert die Lernergebnisse. In Geografie steht etwa: Savannen, tropischer Regenwald, Wirtschaftssysteme. Das sagt viel mehr als ein traditionelles Zeugnis mit Noten.
Wie stärken Sie die Selbständigkeit Ihrer Schüler?
Kegler: Jeder schreibt zum Zeugnis auch eine Selbsteinschätzung. Eine neue Schülerin schrieb, dass sie sich in ihre Klasse gut eingelebt hat und in Physik gut vorangekommen ist. Eine Inhaltsangabe in Deutsch zu schreiben, das macht ihr noch Schwierigkeiten.
Wobei hilft die Selbsteinschätzung?
Kegler: Menschen fällt es schwer, ein Bild von sich selbst zu machen. Zugleich ist das eine große Kompetenz, die im Beruf gefragt ist. Wie viel kann ich mir zutrauen?
Sie unterrichten die Schüler in gemischten Altersgruppen. Warum?
Kegler: Kinder lernen exzellent voneinander. Kinder sprechen ihre eigene Sprache und können sich manches viel schneller erklären als ein Erwachsener einem Kind.
Wie haben Sie vom Wettbewerb um den Deutschen Schulpreis erfahren?
Kegler: Vor zwei Jahren hat eine Mutter im "Stern" die Ausschreibung für den Preis gelesen und vorgeschlagen, dass wir uns bewerben. Im vergangenen Jahr wurde uns mitgeteilt, dass wir es nur beinahe in die engere Auswahl geschafft hätten. Deswegen haben wir es ein zweites Mal probiert.
Was werden Sie mit dem Geld machen?
Kegler: Das wissen wir noch nicht. Wir wollen jetzt in der Schule Ideen sammeln und dann entscheiden.
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am 11.12.2007
Potsdamer Schule mit Preis ausgezeichnet
Platzeck lobt großes Engagement
POTSDAM Die Montessori-Oberschule in Potsdam erhält für besondere pädagogische Leistungen den Deutschen Schulpreis. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert, der Hauptpreis mit 50 000 Euro geht an die Robert-Bosch-Gesamtschule in Hildesheim (Niedersachsen).
Unternehmerin Jette Joop erklärte in ihrer Laudation, die Montessori-Schule sei eine „Reformschule mit überregionaler Ausstrahlung“. Joop verwies unter anderem auf die „belebende Wechselwirkung zwischen Lernformen und Lernorten“. Insgesamt wurden gestern in Berlin fünf Schulen ausgezeichnet. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sagte, dieser Erfolg sei dem großen Engagement von Schülern und Lehrern zu verdanken. „Er unterstreicht zudem die Leistungsfähigkeit der Schulform Oberschule.“ Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) sagte: „Dieser Preis ist die verdiente Anerkennung für das langjährige Bemühen der Schule um eine optimale Förderung der Begabungen aller Schülerinnen und Schüler.“ Kriterien bei dem Wettbewerb sind unter anderem Leistung, Umgang mit der Vielfalt der Schüler, Unterrichtsqualität und die Bereitschaft der Lehrer zu Reformen. MAZ |

am 11.12.2007
Die besten Schulen Deutschlands
Linné-Schule in Berlin und Montessori-Schule in Potsdam gehören dazu
Von Florentine Anders
Es geht auch anders: Nach all den Negativmeldungen über das Schulversagen sind gestern die Leuchttürme der Bildung mit dem Deutschen Schulpreis der Robert-Bosch-Stiftung ausgezeichnet worden. Zwei von ihnen sind in Berlin und Brandenburg zu finden.
Von den insgesamt zehn nominierten erhalten die Carl-von-Linné-Schule in Lichtenberg und die Montessori-Oberschule in Potsdam jeweils einen von insgesamt vier Anerkennungspreisen, die mit einer Summe von je 10 000 Euro dotiert sind.
Als die Carl-von-Linné-Schule bei der Preisverleihung genannt wird, ist zum ersten Mal ein kurzer Jubelschrei aus dem Saal zu hören. Die Prämierung wurde vom ZDF aufgezeichnet und auf dem Sender Phoenix live übertragen. Nur wenige Schüler dürfen dabei sein. Die anderen sitzen zeitgleich in der Aula und jubeln lauthals.
Die Linné-Schule ist die größte Schule für behinderte Kinder in Europa. Hier lernen 470 Kinder von der ersten bis zur zehnten Klasse. Für sie alle ist der Weg zur Bildung schwieriger als für andere, sie leiden unter schwerer Diabetes, Querschnittslähmungen, Epilepsie oder Herzfehlern. Einige haben Teilleistungsstörungen oder sind Autisten - und dennoch schafft hier jeder seinen Abschluss. "Die gemeinsame Fürsorge durch Familien und Lehrpersonen, Erzieherinnen und Fachkräfte, deren großes berufliches Können und ebenso ihr ehrenamtliches Engagement sind es, was die exzellente Qualität dieser Schule prägt und trägt", heißt es in der Laudatio der Jury.
Der Schulleiter, Peter Friedsam, bedankt sich für den Preis stellvertretend für alle Förderschulen, "die oft vergessen und am Rande der Gesellschaft Unglaubliches leisten". Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) gratuliert der Schule stolz: "Damit gehört die Carl-von-Linné-Schule zu den fünf besten Schulen Deutschlands", betont Zöllner. In dieser Schule zeige sich, wie Erfolg auf die Zusammenarbeit von Lehrern, Sozialpädagogen und Eltern basiere.
Strahlkraft über die Region hinaus hat nach Ansicht der Jury des renommiertesten deutschen Schulpreises auch die Montessori-Oberschule in Potsdam. Es ist eine staatliche Schule, die seit der Wende einen Wandel von der Problemschule zur Reformschule gemacht hat. In den Klassen lernen behinderte und nichtbehinderte Kinder unterschiedlicher Altersstufen zusammen. Frontalunterricht gibt es hier nicht. Die Kinder organisieren ihren eigenen Lernprozess. Wer genug von Mathe hat, macht Deutsch, ohne die Lernziele aus den Augen zu verlieren. In den Abschlussprüfungen und Vergleichsarbeiten des Landes Brandenburg schneiden viele der Schüler hier überdurchschnittlich ab. Freiheit und Disziplin bilden keine Gegenpole sondern korrespondierende Elemente in der Erziehung, heißt es in der Begründung der Jury.
"Mit der Wahl der Preisträger in Berlin und Brandenburg hat die Jury vor allem die Notwendigkeit der individuellen Förderung verdeutlicht", sagt Mieke Senftleben, bildungspolitische Sprecherin der FDP im Berliner Abgeordnetenhaus.
Den ersten Platz des Schulpreises hat die Robert-Bosch-Gesamtschule aus Hildesheim erreicht. Hier wechseln ganztags Unterricht und Projekte ab. Die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde gestern in Berlin von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) überreicht. Zwei weitere Anerkennungspreise erhalten die Helene-Lange-Schule Wiesbaden und das Friedrich-Schiller- Gymnasium Marbach. |

am 11.12.2007
Montessori-Schule Potsdam erhält Schulpreis
Berlin/Potsdam (dpa) Die Montessori-Oberschule in Potsdam erhält für besondere pädagogische Leistungen den Deutschen Schulpreis. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert, der Hauptpreis mit 50 000 Euro geht an die Robert-Bosch-Gesamtschule in Hildesheim. Unternehmerin Jette Joop erklärte laut vorab verbreiteter Laudatio, die Montessori-Oberschule sei eine "Reformschule mit überregionaler Ausstrahlung". Joop verwies unter anderem auf die "belebende Wechselwirkung zwischen Lernformen und Lernorten". Insgesamt wurden fünf Schulen an diesem Montag ausgezeichnet.
Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sagte, dieser Erfolg sei dem großen Engagement von Schülern und Lehrern zu verdanken. "Er unterstreicht zudem die Leistungsfähigkeit der Schulform Oberschule." Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) sagte: "Dieser Preis ist die verdiente Anerkennung für das langjährige Bemühen der Schule um eine optimale Förderung der Begabungen aller Schülerinnen und Schüler, für die konsequente Ächtung von Gewalt und für die Stärkung der Eigeninitiative der Kinder und Jugendlichen."
Kriterien bei dem Wettbewerb sind Leistung, Umgang mit der Vielfalt der Schüler, Unterrichtsqualität, Verantwortung für den Umgang miteinander, Schulleben und die Bereitschaft der Lehrer zu Reformen. Ausgelobt wird der Deutsche Schulpreis von der Robert Bosch-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Heidehof-Stiftung, der Illustrierten "Stern" und dem ZDF. Eine Fachjury hatte aus 170 Bewerbern zehn Kandidaten für die Endrunde ausgewählt. In Brandenburg war neben der Montessori-Oberschule auch die private Grund- und Förderschule "Waldhofschule" in Templin (Uckermark) in der Endrunde.
Die Auszeichnungen wurden von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) übergeben. Die prämierten Schulen werden für einen Zeitraum von drei Jahren zu der "Akademie des Deutschen Schulpreises" eingeladen. Sie dient der Förderung und dem Transfer erfolgreicher Praxis und bietet eine Plattform zum gegenseitigen Austausch.
Joop hob hervor, was die Montessori-Schule ihrer Ansicht nach auszeichnet: "Sie hat sich nach dem Ende der DDR in einer großen gemeinschaftlichen Anstrengung der Eltern und Lehrkräfte von ideologischem Zwang und pädagogischer Verwahrlosung befreit."
Die Potsdamer Schule bietet Primarstufe und Sekundarstufe I. Bis Klasse 8 gibt es keine Notenzeugnisse, sondern verbale Lernentwicklungsberichte, ergänzt durch Selbsteinschätzungen der Schüler. Bis zur 8. Klasse wird in altersgemischten Gruppen gemeinsam gelernt. Weitere Akzente sind der wöchentliche "Welterkundungstag" mit übergreifenden Themenkomplexen, Exkursionen und Experimenten sowie ein starker Praxisbezug.
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am 10.12.2007
Montessori-Oberschule Potsdam
Lernen von den Älteren
Von Philipp Kohlhöfer
Frontalunterricht findet in der Montessori-Oberschule in Potzdam nicht statt. Dort übernehmen die Kinder die Verantwortung für ihre Mitschüler und lernen dabei wie von selbst - moderiert von den Lehrern.
Das Wichtigste sagt sie zuletzt. "Soziale Intelligenz steht bei uns an erster Stelle!", sagt Ulrike Kegler und fährt mit den Finger vor und zurück. So, als wolle sie die Worte an der Wand festnageln. Sie dreht sich um, hinter ihr hängt ein rotes Bild an der Wand. Überall in der Schule dominieren bunte Farben. "Hätten Sie gedacht, dass diese Schule von innen so hübsch ist?" fragt sie.
Nein, auf diesen Gedanken kommt keiner, der das Gebäude nur von außen kennt. In der Tat ähnelt die Montessori-Schule in Potsdam dem Verwaltungstrakt eines abgewickelten Industriekombinats. Grau in Grau duckt sie sich zwischen aufgeplatzten Waschbetonplatten auf der einen und windschiefen Bäumen auf der anderen Seite. Ulrike Kegler lächelt. "Wir hätten auch zuerst die Fassade renovieren können, aber der Wandel muss von innen kommen."
Kein Frontalunterricht und Lernmaterialen werden geteilt
In Potsdam hat sie den Wandel geschafft. Nach der Wende kämpfte die Anstalt ums Überleben. Es gab nicht genug Anmeldungen. 1991 begann man mit der Integration behinderter Kinder und übernahm Ideen aus der MontessoriPädagogik. "Beides war eher dem Überlebenstrieb geschuldet als innerer Überzeugung", sagt Ulrike Kegler, die damals als Lehrerin nach Potsdam wechselte und die erste Montessori- Klasse aufbaute.
Doch der damalige Rektor und die Kollegen begegneten der Montessori-Pädagogik mit großer Skepsis. Das Prinzip des offenen Unterrichts widersprach ihren Methoden in wesentlichen Punkten. Es verzichtet zum Beispiel auf jede Form des Frontalunterrichts. So sitzen die Kinder im Kreis, keiner dreht dem anderen den Rücken zu, alle teilen sich die Lernmaterialien, Rücksicht gehört zu den obersten Geboten, lebenswichtig in einer Schule, in der auch behinderte Kinder am normalen Unterricht teilnehmen.
Als der Schulleiter in den Ruhestand ging, bat das Schulamt Ulrike Kegler, den Posten zu übernehmen. "Die Lehrerrolle hat sich seither völlig verändert," sagt ihre Kollegin Monika Peater. Sie sitzt in der Ecke eines Klassenzimmers, auf einem kleinen Stuhl an einem kleinen Tisch. Auf dem Boden liegt ein bunter Teppich. In Regalen, auf Augenhöhe und Griffweite der Kinder stehen Rechenhilfen, Lesebücher und eine Weltkugel.
Kein Lehrer sondern ein Moderator
Hinter ihr baut sich eine Wand aus Ordnern auf, jeder Schüler hat einen eigenen, den er gestalten kann, wie er möchte. Irgendwo vor dem Fenster steht der Lehrertisch. Sie sagt: "Man steht nicht mehr gottgleich vor der Klasse, sondern ist eher Moderator." Aber: "Natürlich achten wir darauf, dass die Schüler die Lernziele erreichen." Offenbar mit Erfolg. Bei den zentralen Abschlussprüfungen und Vergleichsarbeiten des Landes Brandenburg schneiden viele Montessori- Schüler überdurchschnittlich gut ab.
Auf dem Fußboden hocken der achtjährige Raul, Piratentuch um den Kopf, Haare bis zu den Schultern, und der ein Jahr jüngere Carl. Sie versuchen, eine Matheaufgabe zu lösen, minutenlang und immer wieder auf anderen Wegen, von denen manche zum Ziel führen und andere irgendwo versanden. Schließlich geht Raul zum Klassenlehrer und fragt: "Was stimmt den nun, Herr Meyer?"
Als sein Lehrer auf eine Lösung deutet, setzt sich Raul wieder neben Carl auf den Boden und erklärt mit Hilfe von bunten Kugeln, die er über den Teppich rollt, wie er auf die Lösung gekommen ist. Aber Carl hat bald keine Lust mehr, holt sein Schreibheft und beginnt, Buchstaben zu üben. Er kann das besser als Leonora, die neben ihm sitzt und weil er dazu noch ein Jahr älter ist als sie, kuckt sie ihm bewundernd über die Schulter und tut es ihm nach. Als der Lehrer den Raum verlässt, blickt keiner der Schüler auf, so vertieft sind alle in ihre Arbeit.
Ältere helfen den Jüngeren
Jede Klasse besteht aus Kindern verschiedener Alterstufen, jeder Schüler gehört also zuerst zu den Jüngeren, dann zu den Älteren und wenn er in die nächste Gruppe kommt, ist er wieder Anfänger. Auf diese Weise können Ältere den Jüngeren helfen, Jüngere können Ältere fragen. Ziel ist eine Schulform, in der das Lernen wichtig ist, nicht ein auswendig aufgesagtes Ergebnis.
Am Anfang war solch ein Arbeiten schwierig. Um sich an die neue Art des Unterrichts zu gewöhnen, teilten sich zwei Lehrer eine Klasse, "da sind dann Eifersüchteleien ausgebrochen," sagt Monika Peater. Das Kollegium habe sich belauert und Einer habe dem Anderen den Erfolg nicht gegönnt. Manche besuchten Weiterbildungskurse, andere boykottierten die Montessori- Pädagogik. "Die Widerstände waren teilweise sehr groß," sagt sie und faltet die Hände wie zum Gebet. "Das ist jetzt komplett weg."
Vor allem die Kinder profitieren davon. Zum Beispiel Franz, der seinen elften Geburtstag feiert. Die Kinder sitzen im Kreis um eine Kerze, die Lebenslicht und Sonne in einem darstellt. Franz hat einen Globus in der Hand. Er läuft elfmal um die Kerze, wobei sich spielerisch erklärt, dass sich die Erde um die Sonne dreht und wie lange das dauert.
Die Kapazitäten sind zu klein
Danach wählt Franz elf Schüler aus, einen für jedes Jahr. Weil er eine Sprachstörung hat, redet er nicht besonders laut, aber alle helfen ihm, Worte in Sätzen zu ordnen. Schließlich umringen sie ihn und heben ihn mit dem Stuhl elfmal über ihre Köpfe. Seine Beine fliegen hoch, er lacht und gluckst. Nachdem sie ihn wieder runtergelassen haben, beklatschen sich alle selber.
Die Schule hat 461 Schüler, 461 unterschiedliche Persönlichkeiten, die es zu betreuen gilt. "Das Ende der Fahnenstange", sagt Ulrike Kegler. Die Kapazitäten sind zu klein, "außerdem renovieren wir jetzt endlich mal die Fassade." Sie grinst. "Alles in allem "sind wir auf einem guten Weg." Von den Lehrern, die das Kollegium bildeten, als sie in Potsdam anfing, sind gerade mal drei übrig geblieben.
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am 10.12.2007
Überregionale Ausstrahlung
Deutscher Schulpreis für Potsdamer Montessori-Oberschule
Potsdam - Die Montessori-Oberschule in Potsdam erhält für besonders herausragende pädagogische Leistungen den Deutschen Schulpreis. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert, der Hauptpreis mit 50.000 Euro geht an die Robert-Bosch-Gesamtschule in Hildesheim.
Unternehmerin Jette Joop erklärte laut vorab verbreiteter Laudatio für den Potsdamer Preisträger, die Montessori- Oberschule sei eine „Reformschule mit überregionaler Ausstrahlung”. Joop verwies unter anderem auf die „belebende Wechselwirkung zwischen Lernformen und Lernorten”. Insgesamt sind fünf Schulen an diesem Montag mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet worden. 10.000 Euro erhalten auch die Carl-von-Linné-Schule Berlin, die Helene-Lange-Schule Wiesbaden und das Friedrich-Schiller-Gymnasium Marbach.
Der Schulpreis wurde zum zweiten Mal von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Magazin „stern” und dem ZDF ausgeschrieben. dpa |

am 05.12.2007
Hilf mir, es selbst zu tun
Wie Montessori-Schüler Verantwortung für das eigene Lernen übernehmen und dafür vielleicht bald einen Preis bekommen
Der Countdown läuft. Die Potsdamer Montessori-Oberschule zählt die Tage bis zur Verleihung des Deutschen Schulpreises. Aus 170 Bewerbern hat sie es bis in die Endrunde des bundesweiten Wettbewerbes von Bosch- und Heidehof Stiftung geschafft und gehört schon jetzt zu den zehn besten Schulen des Landes. Am kommenden Montag werden im Hauptstadtstudio des ZDF die Ersten Preise verliehen. Während Schulleiterin Ulrike Kegler mit einigen Schülern, Lehrern und Eltern vor Ort der Entscheidung entgegenfiebert, verfolgen die Daheimgebliebenen die Live-Übertragung im Fernsehen.
Wie auch immer es ausgeht – sie werden feiern. Vor allem den eigenen Mut, als staatliche Schule mit der Pädagogik der Erziehungsreformerin Maria Montessori einen besonderen Weg gegangen zu sein. Leicht war das nicht. Wie viele Zweifel standen am Beginn? Kann das denn funktionieren: eine Schule ohne Frontalunterricht, ohne Stundenklingel, ohne Jahrgangsklassen und Zensuren? Wie und woran sollen sich die Kinder orientieren? Lernen sie auch genug, wenn sie selbst bestimmen können, wann sie sich welches Wissen aneignen?
Es funktioniert, vorausgesetzt Eltern und Lehrer vertrauen darin, dass Kinder grundsätzlich lernen und die Welt um sich herum verstehen wollen. Dieses jedem Kind innewohnende Interesse nicht zu ersticken, nicht durch vorgeschriebene Erkenntniswege einzuengen und im rigiden Notensystem zu erdrücken, ist Anliegen der Montessori-Pädagogen.
„Hilf mir, es selbst zu tun“, dürfen die Mädchen und Jungen täglich von ihren Lehrern fordern. Willi zum Beispiel, mit fünf Jahren einer der Jüngsten in der altersdurchmischten „Klasse“ von Corinna Spikermann, möchte lesen lernen. Auf dem Boden kniend lässt er sich von der Lehrerin erklären, wie er mit Hilfe von Bildern Buchstaben erkennen und zu Worten zusammensetzen kann. Gleich neben ihm knobeln die neunjährigen Jungen Anton und Giliano im Schneidersitz an einer komplizierten Textaufgabe. Das Ergebnis auf der Rückseite ihrer Arbeitsfolie haben sie schon ausspioniert. Es nützt ihnen nur nichts, wenn sie nicht einen Lösungsweg dazu finden. Während Willi aus einem Ohr, einem Pilz und einem Apfel das Wort Opa bastelt, setzt sich Corinna Spikermann zu den beiden Jungen und zeigt ihnen, wie sie sich mit Zehner- und Einerchips aus einem Rechenkasten die Sachaufgabe verbildlichen können. Die typischen Montessori-Materialien sind so variabel, dass sie verschiedene Lösungswege ermöglichen. Wichtig dabei ist, den Gedankengang zu beschreiben, Fehler zu erkennen und zu diskutieren. Die Lehrerin beobachtet den individuellen Lernfortschritt der Jungen und wird ihn am Ende der mehrstündigen Freiarbeit in ein Buch notieren. So weiß sie, wann sie ihnen die nächst höhere Herausforderung empfehlen kann. Die täglichen Notizen über jeden Schüler gestatten es ihr, jederzeit eine ausführliche, stets unterstützende Bewertung in Worte zu fassen, die die Leistung an den Fähigkeiten des jeweiligen Kindes messen, niemals an Mitschülern oder einem altersdefinierten Forderungskatalog.
Dass jeder Mensch seinen eigenen Rhythmus entwickelt und auf verschiedene Weise Wissen aneignet, das haben die Montessori-Pädagogen am nachdrücklichsten von ihren Schülern mit Handicap gelernt, die hier ganz selbstverständlich integriert werden. Franz zum Beispiel, ein Kind mit Down-Syndrom, schaut zu, was Willi mit den Buchstaben anstellt. Dann spaziert er zu den größeren Mädchen, die am Tisch Geschichten schreiben, um schließlich am Computer zu malen. Als er bei der Auswahl der Farbe nicht weiter kommt, zeigen ihm die Mädchen, wie es funktioniert. Das alles geschieht im Flüsterton, rücksichtsvoll und freundlich. Keinen Moment hat die Lehrerin hier eingreifen müssen. Wie Geschwister lernen die Fünf- bis Neunjährigen voneinander.
Die vorgegebenen Rahmenpläne werden dabei zu Lern-Plänen, die jedes Kind mit Hilfe der Lehrer selbst entwickelt, erfüllt und kontrolliert und so frühzeitig Verantwortung für das eigene Lernen übernimmt. Die zwölfjährige Fiona, die in der Gruppe der Viert- bis Sechstklässler lernt, übt gerade schwierige Wörter eines Diktats, die sie illustriert, um sie sich besser einzuprägen. Danach will sie sich der Bruchrechnung zuwenden. In einer Präsentation von Mitschülern hatte sie ihre Wissenslücken bemerkt, die sie nun schließen möchte. Zur Selbstkontrolle notiert sie alles, was sie in der Freiarbeit geschafft hat, in das so genannte Brückenheft, in das auch die Lehrerin ihre Beobachtungen schreibt. So können die Eltern die Lernfortschritte ihres Kindes genau nachvollziehen.
Für Lehrerin Eva Poppe-Rossberg bedeutet die ständige individuelle Betreuung und Bewertung mehr Arbeit, die sie aber als angenehm, intensiv und befriedigend empfindet. Sie genießt es, nicht referierend und kontrollierend an der Tafel zu stehen, sondern sich mit jedem Kind auf Augenhöhe zu begeben. Und dafür setzt sie sich auch gern mal auf den Boden.
Fiona übrigens muss sich bald entscheiden, ob sie nach der 6. Klasse ans Gymnasium wechselt. Sie kann sich dafür ein Zensurenzeugnis ausstellen lassen. So richtig aber mag sie sich nicht trennen von ihrer Schule, in der sie sich wohlfühlt, ganz ohne Stress und Zensurendruck, die sie zum Lernen nicht brauchen kann.
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am 19.09.2007
Montessori-Schule zeigt: „Es geht auch anders“
Im Wettbewerb um den Deutschen Schulpreis nahm eine Fachjury die Oberschule 22 unter die Lupe
Einhundert Jahre nachdem Maria Montessori das erste Kinderhaus im Arbeiterviertel San Lorenzo von Rom eröffnete, könnte hierzulande eine Montessori-Schule den Deutschen Schulpreis gewinnen. Die Potsdamer Oberschule 22, die nach der Pädagogik der italienischen Ärztin und Erziehungsreformerin arbeitet, empfing in der vergangenen Woche eine Fachjury der Robert Bosch- und der Heidehof Stiftung, die gemeinsam mit dem ZDF und dem Magazin „Stern“ zum zweiten Mal den mit 50 000 Euro dotierten Schulpreis vergeben.
Nach der zweitägigen Visite war das Urteil der Experten einhellig: Die Kinder kommen gern in diese Schule. Sie profitieren von den Montessori-Materialien, nutzen die Angebote selbstständig und kreativ, übernehmen Verantwortung für das eigene Lernen. Ihre Interessen vertreten sie selbstbewusst und wissen in Konfliktsituationen Kompromisse auszuhandeln. Wegen des ausgeklügelten, vielschichtigen Bewertungssystems, das weitgehend auf Zensuren verzichtet, herrsche eine offene, angst- und stressfreie Lernatmosphäre. Gelobt wurde auch das hohe, sehr differenzierte Engagement der Eltern, die sich durchaus kritisch äußerten, aber sich gleichzeitig bewusst in die Gestaltung des Schullebens einbrächten.
In Hospitationen und Gesprächen mit Schülern, Lehrern und Eltern hatten die Juroren überprüft, inwieweit die eingereichten Bewerbungsunterlagen und das pädagogische Konzept der Schule mit der Praxis übereinstimmen. Wichtigstes Bewertungskriterium sind die von den Schülern erbrachten Leistungen. Ebenso interessierte der Umgang mit Vielfalt und Verantwortung, die Unterrichtsqualität, das gesamte Schulklima und ob die Schule selbst sich als lernende Institution versteht.
Schulleiterin Ulrike Kegler empfand den Besuch der Fachjury nicht als Prüfungssituation. Vielmehr ist sie stolz und glücklich, dass sich ihre Schule präsentieren konnte. Immer schon sei die Potsdamer Montessori-Schule offen für Besucher gewesen und richte selbst ihren „Blick über den Zaun“ hin zu anderen, von denen man lernen könne. Nicht zuletzt nutzt die Schule den Wettbewerb als Möglichkeit zur Selbstevaluation.
Um möglichst viele reforminteressierte Bildungseinrichtungen an den innovativen Konzepten und den positiven Erfahrungen der Preisträger teilhaben zu lassen, werden die Wettbewerbssieger für drei Jahre in die Akademie des Deutschen Schulpreises aufgenommen. Sie gilt als eine Plattform für den gegenseitigen Austausch und die Vermittlung guter Praxis.
Unter dem Motto „Es geht auch anders“ hatten sich 170 Schulen unterschiedlicher Formen und Größe um den Deutschen Schulpreis beworben. 14 kamen in die engere Auswahl und wurden in den vergangenen Wochen genauer in Augenschein genommen. Bis Ende September wird die Auswahlkommission zehn Schulen für den ersten Preis und für vier weitere Anerkennungen dotiert mit jeweils 10 000 Euro nominieren. Im Dezember fällt die Entscheidung. Sollte die Wahl die Potsdamer Schule treffen, dann könnte dies zu einem krönenden Abschluss des international gefeierten Montessori-Jahres 2007 werden.
Antje Horn-Conrad
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am 31.03.2007
Strom aus der Kanalisation
Montessori-Schüler mit Ideen im Planspiel "Jugend denkt Zukunft"
JASMIN PRIMSCH
NAUENER VORSTADT "Wollen Sie in 50 Jahren noch leben? Dann müssen Sie nach Innovation und Nachhaltigkeit streben." Mit diesem Tipp eröffneten Schüler der neunten Klasse der Montessori-Oberschule gestern die Zukunftsmesse 2020 in den Räumen der Medizintechnik-Firma Christoph Miethke. Dort stellten sich die drei jüngst gegründeten Unternehmen "Fast for Future", "Nexop" und "Watter Fall" mit neuen Trends zum Thema Umweltschutz vor.
Die Firmen sind Teil des Innovationsspiels "Jugend denkt Zukunft", einer bundesweiten Initiative der Wirtschaft, an der die Neuntklässler teilnahmen. Innerhalb von fünf Tagen wurden Grundlagen zum Thema Umweltbewusstsein vermittelt, der Aufbau eines Unternehmens erklärt und schließlich drei Unternehmen gegründet, die energiesparende Produkte entwickeln sollten. Zudem sollte ein Teil der Schüler die Rollen von Unternehmensberatern, Presse und Bürgerinitiative einnehmen und so die neuen Produkte kritisch bewerten.
Die Firma "Fast for Future" stellte ein umweltfreundliches Luftfahrzeug vor. Das "Luftomobil" ist mit heliumgefüllten Ballons, Windrädern, sowie einem Navigationssystem ausgestattet und soll in Zukunft eigenständig Päckchen durch die Luft transportieren. Das Hydropowerrad von "Nexop" soll nach Angaben der jungen Unternehmer spätestens 2020 in der gesamten Potsdamer Kanalisation zu finden sein und die Stadt mit Strom versorgen.
"Watter Fall" hat einen ausfahrbaren Blitzableiter entwickelt, der die Energie von Blitzen in Wasserbecken leitet und so Wasserstoff erzeugt, mit dem Firmenwagen antreiben könnte – Motto: "Benzin klauen war damals, heute tankt man in der Firma".
Christoph Miethke ist zufrieden mit dem Verlauf des Projekts, das die Firma mit 3000 Euro finanziert hat. Seiner Meinung nach müssen Unternehmen mehr Verantwortung für Schulen übernehmen. "Am Anfang hatte ich die Schüler gefragt, wer Unternehmer werden will. – Keiner. Mittlerweile haben sich drei Unternehmen gebildet. Das Projekt sollte ihnen die Angst vor Innovationen nehmen", so Miethke. Auch Klassenlehrerin Siegrid Schwarz ist begeistert: "Die Kinder haben viel gelernt über den Betrieb und auch während der Arbeit am Projekt. Und sie waren mit großen Engagement dabei." |

am 31.03.2007
Das Rad neu erfunden Innovationsspiel von Montessori-Oberschülern
Innenstadt – Wenn es nach der Firma „Watter Fall“ ginge, würden die Abwasserkanäle Babelsbergs bald mit Hydropower-Wasserrädern ausgestattet sein, welche die Häuser mit Elektroenergie versorgen. „Die Energiekosten sind verschwunden, denn wir haben das Rad neu erfunden“, heißt der Werbeslogan aus der Chefetage.
„Watter Fall“ ist eine Fiktion und die Chefetage besteht aus Schülerinnen und Schülern der Montessori-Oberschule an der Gontardstraße. Fünf Tage lang haben die Neuntklässler in ihrem Patenunternehmen, der Christoph Miethke GmbH, in den ehemaligen Pferdeställen am Ulanenweg zugebracht, um innovative Ideen zu entwickeln. Neben dem „Hydropower“ gehören dazu die Energiegewinnung durch „Blitzelektrolyse“ und ein umweltfreundliches „Luftmobil“ für den Transport. 
Bei der gestrigen Präsentation der „Innovationen“ wurde schnell klar, dass sich die Jugendlichen auf den ideenreichen Spaß verständigt hatten. Anfangs gab es innerhalb der drei virtuellen Unternehmen „Watter Fall“ , „Nexop Corp.“ und „Fast for Future“ gewisse Tiefpunkte, über welche die Moderatorin des Projektes die Schüler hinweghelfen musste. Die Jung-Unternehmer wollten nämlich etwas Realisierbares schaffen und glaubten zeitweise selbst nicht an die Erzeugung von Wasserstoff durch Blitzschlag oder an den an Luftballons hängenden Transportkasten. Doch Spaß und Witz siegten schließlich und die Jugendlichen präsentierten am Ende gekonnt ihre Ergebnisse, reagierten redegewandt und humorvoll auf Fragen und Verbesserungsvorschläge. Der reale Firmenchef Christoph Miethke und dessen Medizintechnik-Unternehmen hatte die Schüler verständnisvoll begleitet. Miethke äußerte sich zum Schluss anerkennend über die „Professionalität“ der Präsentation. Denn: „Wollen wir in 50 Jahren noch leben, müssen wir um Innovationen und Nachhaltigkeit streben.“
Wenn die vorgestellten Innovationen auch mehr eine Spielerei sind, so haben die Teilnehmer sich bei der Auseinandersetzung mit ihnen mit vielen realen und aktuellen Fragen wie der Klima-, Umwelt- und Bevölkerungsentwicklung beschäftigt. Das sei nicht nur lehrreich, sondern auch eine gute Übung für künftiges reales Verhalten, waren sie sich einig.
„Jugend denkt Zukunft“ heißt die deutschlandweite Initiative der Wirtschaft, zu der das Montessori-Projekt gehört. Die Unesco hat das Ganze gar zum offiziellen Vorhaben der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ erklärt. Christoph Miethke ist einer von 260 Unternehmern, die in diesem Zusammenhang Schulpatenschaften eingegangen sind. Die Firma investiert auf diese Weise ihr Preisgeld, das sie durch den Gewinn des Innovationspreises Berlin-Brandenburg 2006 gewonnen hat.G. Schenke |

am 14.03.2007
Schülerzeitungen prämiert, aber noch nicht reif für Bundeswettbewerb
CORNELIA LICHNER
Einige der besten Schülerzeitungen Brandenburgs stammen aus Potsdam. Bei der Preisverleihung im Landtag kamen von 30 Teilnehmern am Landeswettbewerb gestern vier Potsdamer Schulen auf die ersten Plätze. Die Lenné-Gesamtschule wurde mit einem Sonderpreis geehrt.
Die höchste Auszeichnung, den ersten Platz unter den Gymnasien, und 500 Euro erhielt das evangelische Gymnasium Hermannswerder für eine Ausgabe des "Tornowgraph". Viermal pro Jahr produzieren zehn Redakteure das bis zu 52 Seiten starke Magazin. Die prämierte Ausgabe war noch am Erscheinungstag vergriffen. Probleme, die Seiten zur füllen, hätten die Schüler nie, erzählte Bea Höfgen, es gebe eher zu viele Themen.
Der dritte Preis in der Kategorie ging an die Voltaire-Gesamtschule. "Wir haben gerade einen Generationswechsel überstanden", erklärte Theresa-Sarah Köppen vom "Vivat – Es lebe". Da sei die Redaktion zufrieden mit dem Ergebnis, wolle im nächsten Jahr aber mehr erreichen.
Zum ersten Mal war die Montessori-Oberschule mit ihrem Blatt "Monte Lisa" dabei und errang gleich den zweiten Platz unter den Oberschulen. Erst seit einem Jahr produziert die Redaktion das 30-seitige A5-Heft. Die nun preisgekrönte Weihnachtsausgabe war die erste vollständig ausverkaufte. "Das hat uns sehr motiviert", sagte Fini Freidank.
Der erste Preis war bei den Oberschulen nicht vergeben worden. "Da gibt es noch Luft, sich zu verbessern", sagte Jury-Mitglied Hannelore Bothe. Sie saß auch im Entscheidungsgremium des Bundeswettbewerbes, wo die Brandenburger Kandidaten sämtlich durchfielen. Die Unterschiede zu den Preisträger seien dramatisch gewesen. Die Sieger hätten alle perfekt gestylte Hochglanzmagazine vorgelegt, bei denen man sich aber schon fragen müsse, ob das noch Schulzeitungen sind, sagte Bothe.
Die Vorsitzende der Jury, Landtagsvizepräsidentin Gerlinde Stobrawa, will sich die Sieger nun anschauen und überlegen, ob sich deren Konzepte auf Brandenburg übertragen lassen.
Die Theodor-Fontane-Oberschule belegte in diesem Jahr nur Platz drei. Im letzten Jahr hatte das "Tintenfass" noch gewonnen. Doch die Professionalität der Schülerredaktionen steige von Jahr zu Jahr, bemerkte der Landtagspräsident Gunter Fritsch. |

am 8.03.2007
Klasse, Küche, Bett
Theater in Fremdräumen: Premiere der Stadt-Spiel-Truppe und der TheaterWerkstatt
Niemand von den Zuschauern weiß, was ihn erwartet. Und die Darsteller lernen erst kurz vor dem Auftritt ihre „Bühne“ kennen. Sie wissen auch nicht, wie viel Interessierte die Vorstellung besuchen. Es können zwei sein, vielleicht auch zwanzig. Am Dienstagabend fanden sich fünfzehn Zuschauer ein. Für sie wurde kein Theater gewählt, sondern eine Privatwohnung. Die TheaterWerkstatt Potsdam – in ihr haben sich Schüler der Montessori Schule unter der Leitung des Berliner Schauspielers Armin Beber zusammen gefunden –, will ihr selbst entwickeltes Stück „Die Suche nach dem Glück“ in den
vier Wänden von einladenden Bewohnern einer Wohnung oder eines Hauses spielen. Armin Beber, der Mitglied der irischen Theatercompany ist, hat die Idee, Theater in Privatwohnungen zu geben, auf einem Theaterfestival in Cork in Irland vor zwei Jahren erhalten.
Die Potsdamer Premiere fand am Mittwochabend in der Bornstedter Katharinenholzstraße statt. Familie Grosse-Wiesmann hat für die fünf Darsteller Wohnzimmer, Küche, Treppenhaus und Schlafzimmer zur Verfügung gestellt. Mit unbekannten Räumen und Gegenständen mussten die Schüler spielen. Und es war erstaunlich, wie unverkrampft sie mit den Sitzmöbeln, dem Kühlschrank und sogar den Ehebetten umgingen. Überhaupt haben die Neun- bis Vierzehnjährigen ganz souverän und in keinem Augenblick oberflächlich ihre Rollen verkörpert, allen voran Ronja Raunitschka als Nina. Die Inszenierung hatte zwar so manchen Leerlauf, aber auch viele schöne poetische Momente, besonders als Nina ihren Halbbruder (Justus Popp) kennenlernt – im Traum. „Die Suche nach dem Glück“ ist weitgehend ein intelligentes Traumspiel, in dem nicht nach dem äußeren Glück, sondern nach dem inneren gesucht wird, in dem Nähe und Zuneigung wichtige Rollen spielen. Die Familie Grosse-Wiesmann empfand das Theater in ihren Räumen als ein Glück. Sie und ihre Gäste spendeten den Darstellern sowie dem Initiator und Regisseur Armin Beber viel Applaus. Doch sie nahmen ihn nicht in Empfang. Auf leisen Sohlen „schlichen“ sie sich aus dem Haus. Sie waren einfach fort – wie im Traum, an dem man sich aber gern erinnert. Man kann sich die Theaterwerkstatt noch ins Haus holen. Für den 11., 13., 15. und 16. März gibt es noch freie Termine für die gut 45-minütige Aufführung. Anfragen unter Telefon 0173/9705457. Klaus Büstrin
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am 8.03.2007
Wohnzimmertheater
Spieltruppe der Montessori-Schule tourt auf Bestellung durch Privathäuser
PETER DEGENER
" Das ist wie das Warten auf’s Christkind!", sagt Joseph Grosse-Wiesmann zu seinen Gästen. Der Hausherr einer alten Turmvilla im Katharinenholz hat für seine drei Kinder und ein paar Nachbarfamilien eine Theatervorstellungen gebucht. Doch statt ins Theater aufzubrechen, wartet das Dutzend Zuschauer im Esszimmer. Die Spieltruppe macht Hausbesuche und Familie Grosse-Wiesmann richtet in ihren vier Wänden am Dienstagabend die Premiere des Stückes aus.
Es handelt sich um die Theaterwerkstatt der Montessori-Oberschule. Mit fünf Darstellern touren sie im März mit "Die Suche nach dem Glück"durch Privathäuser. Das Stück beruht auf Charakteren, welche die Schüler der 7. bis 10. Klasse selbst entworfen hatten. Armin Beber, Leiter der Theaterwerkstatt, schrieb davon ausgehend die Geschichte von der neunjährigen Nina und ihrer Familie.
Pünktlich um halb sieben erscheint Armin Beber im Esszimmer. "In der nächsten Viertelstunde präparieren meine Darsteller die Wohnung für die Vorstellung. Wir holen Sie dann hier ab", kündigt er an. Wohnzimmer, Küche und auch ihr Schlafzimmer muss Familie Grosse-Wiesmann für das Stück bereitstellen.
Der Vorhang der ersten Szene öffnet sich im Wohnzimmer. Die Babysitterin Paula durchsucht Schränke, kramt unter dem Sofa und findet allerlei (vorher versteckte) Dinge. Nina erwischt sie und stellt sie zur Rede: "Ich bin Schatzsucher", verteidigt sich Paula, "ich suche das Glück anderer Leute und wenn ich es gefunden habe, gebe ich es ihnen". Sie gibt der kleinen Nina eine kleine Holztruhe mit ihrem Glück darin, doch Nina erkennt nichts. Es stellt sich heraus, dass Nina ihren Opa verloren hat und die Mutter die Familie verlassen hat. Seitdem leben die neue Freundin des Vaters, ihr neuer Stiefbruder und ein Baby in der Patchwork-Familie. Vor allem ihr großer Bruder hat es Nina angetan – er scheint sie nicht zu akzeptieren.
Quer durch das Haus folgen Gastgeber und Gäste dem Ensemble, das in wechselnder Besetzung bis zu drei Vorstellungen am Tag gibt. Es sei spannend, im eigenen Haus Fremden zuzusehen, wie sie sich ganz natürlich bewegen, sich selbst am Kühlschrank bedienen, sagt der Hausherr. Das Finale findet im Ehebett der Gastgeber statt. Nina und ihr Bruder treffen eine Entscheidung. Sie rennen die Treppe hinab und verlassen das Haus. Es dauert, bis es den Zuschauern dämmert: Die Vorstellung ist zu Ende. Man gibt Applaus, den kein Darsteller mehr hört.
Kontakt und Termine unter 0173/9705457 . |
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Weitere ausgewählte Beiträge vor 2007 |
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am 21.04.2005

am 29.11.2004
Selbst entscheiden, wie gelernt wird
Wissenschaftliche Tagung zum Ende des Schulversuchs an der Potsdamer Montessori-Schule
Wie die Potsdamer Montessori-Schüler ihr Lernpensum bewältigen, wird nicht in Noten ausgedrückt, sondern in einem Pensenbuch festgehalten. In diesen Büchern wird genau vorgegeben, welche Kenntnisse und Kompetenzen die Kinder in jedem Fach erwerben müssen. In altersgemischten Gruppen unterrichtet, kann der Schüler entscheiden, in welcher Reihenfolge er die einzelnen Lernthemen bearbeitet. Er bewertet die Ergebnisse selbst und trägt sie nach Rücksprache mit dem Lehrer in sein Pensenbuch ein. Die Einführung dieser Bücher steht am Ende eines 1999 begonnenen umfangreichen Schulversuchs der Universität Potsdam, Institut für Grundschulpädagogik, und der Montessori-Schule in der Schlüterstraße. Zum Abschluss des Versuchs fand am Sonnabend eine wissenschaftliche Tagung „Lernen und Leisten in heterogenen Gruppen“ statt.
Im Audi-Max am Neuen Palais berichteten Institutsprofessorin Dr. Annedore Prengel, Schulleiterin Ulrike Kegler sowie andere beteiligte Wissenschaftler und Pädagogen über Wege, durch gerechtere und handhabbare Bewertungsmethoden die Lernentwicklung zu fördern.
Der Schulversuch und die darüber von Prengel, Kegler und anderen veröffentlichten Schriften haben ein landesweites Echo ausgelöst. In zahlreichen Schulen wurden inzwischen Pensenbücher eingeführt. Erkenntnisse des Versuchs wurden in einen brandenburgischen „Leitfaden zur Lernstandsanalyse“ aufgenommen. Potsdams Bildungsbeigeordnete Gabriele Fischer, die auf der Konferenz ein Grußwort gesprochen hatte, würdigte den PNN gegenüber die Tätigkeit des nach den Methoden der italienischen Schulreformerin Maria Montessori lehrenden Kollegiums. Es setze sich für Innovationen ein, wie sie für das deutsche Bildungswesen von entscheidender Bedeutung seien. Es gebe eine große Nachfrage nach den Plätzen an der zehnklassigen Schule. Die mit der 11. Klasse an andere Einrichtungen wechselnden Montessori-Schüler zeichneten sich durch einen hohen Bildungsstand aus. E.Hoh |

11 | November 2004
aus der aktuellen Serie: Besser Lernen

weiter geht es im GEO MAGAZIN
Das Magazin kann u.a. über den Webshop von GEO bezogen werden: http://www.geowebshop.de

"Treibhäuser der Zukunft - Wie in Deutschland Schulen gelingen"
ist ein Film von Reinhard Kahl, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde. Nach einem Jahr Vorarbeit hat Kahl nun zahlreiche Beispiele gelungener Ganztagsschulen in Deutschland recherchiert und in filmisch eingängiger Weise aufgearbeitet.
Mehr als 200 Stunden Filmmaterial sind dabei herausgekommen: Szenen aus dem Unterricht und Schulalltag wechseln ab mit Gesprächen mit Lehrern, Schülern und Eltern sowie mit Interviews von Bildungsexperten. Der Film entwickelt dabei die Vision einer besseren Zukunft, die in zahlreichen Schulen in Deutschland bereits begonnen hat.
Unter anderem gibt es auch einen Beitrag über die Montessori Gesamtschule Potsdam.
Reinhard Kahls Film gibt es in einer Dreifach-DVD. Neben der 115-minütigen Dokumentation und den Kurzversionen seines Films von 30 und 5 Minuten ist eine fast 13-stündige Dokumentation seines Filmprojektes vorhanden, die über das Archiv der Zukunft der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (http://www.dkjs.de) bestellt werden kann. Dokumentation und Kurzfassungen können auch als VHS-Kassette bezogen werden.
Hier können Sie sich den Trailer zu Reinhard Kahls Film "Treibhäuser der Zukunft" ansehen.

am 08.05.2003
Eine Schule zum Verlieben
Wegen der staatlichen Montessori-Gesamtschule ziehen Familien nach Potsdam
Reinhard Kahl schreibt in seinem ZEIT-Artikel "Eine Schule zum Verlieben" über die Montessori-Gesamtschule-Potsdam: klicken Sie hier! |
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