Individualität anerkennen und in die Gemeinschaft integrieren
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Das große Verdienst der reformpädagogischen Bewegung war es, die Kindheit und die Jugend eines Menschen nicht lediglich als lästige Phase auf dem Weg zum Erwachsenwerden anzusehen, sondern sie als eigenständige und äußerst wichtige Entwicklungsabschnitte zu entdecken. Maria Montessori hat die einzelnen Phasen vom Säuglingsalter über die Kindheit und die Jugend sowie die Entfaltung zur erwachsenen Persönlichkeit ausführlich beschrieben.
Wir sehen es als Aufgaben der Familien, der Kinderhäuser und Schulen an, die Voraussetzungen für den Selbstaufbau jedes einzelnen Kindes in einer spezifisch vorbereiteten Umgebung zu schaffen. Unsere Schülerinnen und Schüler wählen sich während der Freiarbeitszeiten ihre Arbeitsmaterialien und die Art ihrer Arbeiten, die Länge ihrer Arbeitszeiten und die Sozialformen, d.h. Einzelarbeit, Partner/innenarbeit oder Gruppenarbeit frei, selbstständig und zielgerichtet. Die Lehrerinnen und Lehrer setzen sich dafür ein, dass die Kinder und Jugendlichen ihren Tätigkeiten ohne Unterbrechungen oder Störungen nachgehen können ohne sie zu reglementieren oder einzuschränken. Sie unterstützen sie, indem sie den Fortgang der Arbeiten durch zusätzliche Materialien, Vorgehensweisen oder Zusatzinformationen ermöglichen.
Wir beobachten allerdings, dass es heutzutage vielen Kindern schwer fällt, sich in Lebens- und Lerngemeinschaften zu integrieren und eigene Interessen zugunsten von Gesamtaufgaben zurückzustellen. In der Freiarbeit, den Kreisgesprächen, der Projektarbeit, bei Themenfahrten, den schulischen Gremien und den jährlich wiederkehrenden Festen legen wir großen Wert darauf, dass sich unsere Schülerinnen und Schüler als Teile einer Gemeinschaft erfahren und einbringen können. Indem sich die Schulmitglieder gegenseitig akzeptieren und anerkennen und sich freundschaftlich verbunden fühlen, entstehen Empathie und soziale Kreativität. Dies sind Voraussetzungen für die Fähigkeit auch später friedvoll miteinander umzugehen.
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„Dieser aktive Friede ist gleichbedeutend mit der Verwirklichung von sozialer Gerechtigkeit und der Fähigkeit zur Übernahme sozialer Verantwortung und Disziplin.“ Holstiege, Hildegard: Modell Montessori, Freiburg . Basel . Wien 1977/1994, S. 37 |
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Bausteine der pädagogischen Praxis
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FREIARBEIT
ist die vertiefte Arbeitsphase in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit, ausgelöst durch individuelles Interesse, Darbietungen von Lehrern, Experten oder Schülern. In der Primarstufe werden 3 –6 Darbietungen, in der Sekundarstufe 1-2 Darbietungen pro Zeitblock gegeben. In allen Räumen stehen Montessori-Materialien zur Verfügung, die eine Selbstkontrolle enthalten. In der Sekundarstufe kann entsprechend den Arbeitsthemen der Raum gewählt werden. Schülern/innen, die noch nicht selbständig arbeiten können, werden konkrete Arbeitsaufträge gegeben. Die Arbeitsergebnisse werden im Pensenbuch dokumentiert und gegebenenfalls der Lerngruppe vorgestellt. |
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LEKTIONEN
sind Unterrichtssequenzen für alle, die durch Lehrervortrag und Gespräch geprägt sind. Die Lehrkräfte geben mit unterschiedlichsten Materialien den Schülern/innen Einführungen in alle Themengebiete . Diese Angebote finden parallel zueinander statt, bauen aufeinander auf und werden mehrmals im Jahr wiederholt. |
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ÜBEN UND VERTIEFEN
Als Ganztagsschule haben wir die Möglichkeit nach der Mittagspause eine Phase des Übens und Vertiefens anzubieten. Von den Präsentationen am Morgen oder auch den Epochenthemen und Projekten nehmen sich die Schüler/innen Arbeitsaufträge mit, an denen sie individuell weiter arbeiten. In der Sekundarstufe kann in dieser Zeit auch das Lerntagebuch weiter geschrieben werden. So werden Schulaufgaben nicht zu Hausaufgaben. |
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VORTRÄGE
Schüler/innen wählen individuell ein Thema, beschaffen sich Informationen, erstellen eine Gliederung und fixieren ihre Ergebnisse schriftlich. In freier Rede sprechen sie zu ihrem Thema und setzen dazu unterschiedliche Medien zur Veranschaulichung ein. Es gibt Raum für Fragen der Zuhörer, die sich während des Vortrages Notizen gemacht haben. Zum Abschluss erfolgt eine Einschätzung und Rückmeldung von Mitschülern und Lehrer/innen. |
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PROJEKTE
bieten die Möglichkeit sich längerfristig und fächerübergreifend mit einem Thema oder einem Problem auseinander zu setzen. Sie werden angeboten oder entstehen aus Problemen im Schulalltag. Die Schüler/innen planen möglichst selbständig, entwickeln Ideen und werfen Problemfragen und Lösungen auf. Es entstehen auch unterschiedliche Produkte wie Werkstücke, Installationen, Wandbilder, Ausstellungen, Tänze und vieles mehr. |
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GESPRÄCHSKREISE
sind fester Bestandteil unserer Schulkultur. Es gibt sie als Morgenkreis in der Sekundarstufe, als Geburtstagskreis und zu sozialen Aspekten der Lerngemeinschaft sowie zu aktuellen Themen aus der Politik und Gesellschaft. Der runde Teppich bildet unsere Mitte. Wir können mit jedem Blickkontakt haben und verdeutlichen, dass alle dazu gehören. So kann eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre entstehen. |
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EXKURSIONEN
Kleine Gruppen oder die gesamte Lerngruppe lernen an anderen Orten. |
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PRÄSENTATIONEN / DARBIETUNGEN
Einzelne oder kleine Schülergruppen werden mit konkretem Material von der Lehrerin/dem Lehrer in ein Thema eingeführt und können dann allein weiterarbeiten. Bestimmend ist die freie Wahl der Präsentation durch Schüler/innen . |
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EPOCHEN
Mehrmals im Jahr verbringen wir eine Woche schwerpunktmäßig mit Arbeiten an Inhalten eines Unterrichtsbereiches. Die Fachkonferenzen bereiten diese Woche mit dem Team vor. In dieser Zeit wird bis Mittag ausschließlich zu Themen aus dem entsprechenden Bereich gearbeitet. Nach einführenden Präsentationen der Lehrkräfte arbeiten die Schüler/innen an ausgewählten Schwerpunkten. Die Epochen enden mit einer Vorstellung der Schülerergebnisse im großen Forum. |
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