Geschichte und Perspektiven der Jugendschule am Schlänitzsee

Projekt „FREUDE AM WACHSEN“

IMG_3308a

Schüler dürfen in verschiedensten handwerklichen und landwirtschaftlichen Projekten lernen, wie sie nachhaltig und mit Respekt und Nähe zu Pflanzen und Tieren kleine wirtschaftliche Unternehmungen in Gang setzen können, die sich selber tragen.

Die Idee entstand aus dem pädagogischen Programm der staatliche Montessori-Oberschule Potsdam: Jugendliche in der Phase der Pubertät lernen am Besten mit Gleichaltrigen zusammen sowie in Projektarbeit und, wenn irgend möglich, in der Natur, wo es für den ganzen Körper und den Geist etwas zu tun gibt. Das ermöglicht zugleich, ein tieferes Verständnis für die Natur zu entwickeln und einen nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt zu lernen und ganz konkret zu erproben.

2007 fand die Montessori- Oberschule Potsdam eine „Außenstelle für ihre keimende Idee von Lernen durch praktische Arbeit“ für ihre Schüler. 

Seit 2008 wird das Projekt „Jugendschule am Schlänitzsee“ zusammen mit Experten gemeinsam entwickelt und realisiert.

Das Gelände am Schlänitzsee liegt nördlich von Potsdam und ist 3,6 ha groß. Hier befand sich vor der Wiedervereinigung ein Ferienlager für Mitarbeiter der Staatssicherheit, das in den 1990er und 2000er Jahren brach lag und dem Verfall überlassen war. In der Anfangszeit wurden einige der maroden Bungalows umgebaut, Müll und Schutt wurden entsorgt, das überwucherte Gelände samt Vogelschutzstreifen mit wertvollen Biotopen, die Feuchtwiese und die freien Flächen wurden aufgeräumt und rekultiviert. Im Schuljahr 2015/16 wurden die alten Bungalows abgerissen und die Flächen entsiegelt.

Durch die großzügige Unterstützung des Fördervereins fördert-uns e.V. und der Helga-Breuniger-Stiftung wurden die notwendigen zusätzlichen personellen und materiellen Ressourcen für viele Projekte bereitgestellt:

  •  
    • die Pflege und Instandhaltung von Bienenstöcken und der Verkauf von Honig
    • ein Hühnergarten und der Verkauf von Eiern
    • einen Bauerngarten, der landwirtschaftlich betrieben wird mit Gemüse und Obstbäumen und der Verkauf dieser Produkte
    • die Selbstversorgung der Beteiligten mittels einer selbstgebauten Kochstelle
    • die Zucht verschiedenster Kräuter zum Verkauf
    • intensive Einarbeitung in das Thema Buchhaltung, um die Finanzen selbstständig verwalten zu können
    • Bautrupps, die für die Pflege und den Ausbau der Infrastruktur der Jugendschule sorgen
    • Führungen und Schulungen von Gruppen, die zur Hospitation an den Schlänitzsee kommen. Das sind sowohl Schüler anderer Schulen, Lehrer, Wissenschaftler und auch Prominenz aus der Bildungslandschaft, aus Wirtschaft, Kultur und Politik

Zu Beginn stand die Entscheidung der Montessori – Oberschule Potsdam, Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen in einen gemeinsamen Schulalltag und Unterricht zu integrieren. Behutsam wurden zudem in den folgenden Jahren die Prinzipien der Montessori-Pädagogik in immer mehr Klassen und Jahrgangsstufen eingeführt. Heute lernen Schülerinnen und Schüler der ersten bis zur zehnten Jahrgangsstufe in altersgemischten Gruppen. Im Zentrum der Jugendschule stehen die ca. 90 Schüler/innen der 7. und 8. Klassen, die jede dritte Woche am außerschulischen Lernort lernen. 

Einen Eindruck von der aktuellen Arbeit finden Sie in dem aktuellen Bericht über die Jugendschule

Bericht über die Jugendschule 2019